VW T-Roc R: Der personifizierte Spagat

Performance-SUV für knapp 44.000 Euro

| Autor: sp-x/cs

Dabei ist dieser T-Roc ebenso alltagstauglich wie seine zivilen Geschwister. Gute Übersicht dank SUV-typischer erhöhter Sitzposition, schnell hochschaltende Doppelkupplungs-Automatik im Normal-, vor allem aber Eco-Betrieb. Dazu eine präzise Lenkung, die bei eher geruhsamer Fortbewegung erfreulich handlich ist. Zwei der „Crossover“-Zutaten können also schnell abgehakt werden. Familienfreundlich, wenn auch auf Grund der Außenmaße kein typisches Familienauto, dazu die Vorzüge des Erhabenen, was eine beachtliche Anzahl der Käufer immer wieder zum Erwerb eines SUV veranlasst.

Doch die teuer bezahlte Würze im Motorraum ist stets präsent, wenn auch eher im Kopf als beim Fahrgefühl der ruhigeren Art. Man könnte ja, wenn man denn wollte oder dürfte. Da locken im Geiste plötzlich der Nürburgring oder enge Bergauf-Serpentinen in den Seealpen, wo im Winter die Rallye-Boliden der berühmten „Monte“ um Zehntelsekunden ringen. Raus aus dem Alltag, den Drehregler auf Sport gestellt, in Gedanken den Helm übergestreift. Solche Kunden hat VW im Sinn, wenn der T-Roc mit dem Buchstaben „R“ geadelt wird. So ist es auch beim technischen Vorbild, dem Golf R.

Jost Capito, Chef der hauseigenen R-Sportabteilung nennt das Motto: „Wir bringen Emotionen in die Marke Volkswagen, ein Auto für den täglichen Bedarf mit stilbewusstem Understatement, das aber auch auf der Rennstrecke eine gute Figur macht.“ Dazu musste der T-Roc einige Änderungen über sich ergehen lassen. Da die Basis nun mal ein hohes SUV ist, haben die Ingenieure ihrem Baby ein Sportfahrwerk spendiert, das sich um zwei Zentimeter tiefer über die Straße duckt. Um ein ähnliches Fahrgefühl wie im flacheren Golf R zu erreichen, musste die Abstimmung des ESP und der Doppelkupplung aufwendig angepasst werden.

Zwei nette zusätzliche Spielereien für das Fahrzeug: Die sogenannte „Launch-Control“ ermöglicht einen elektronisch gesteuerten Kavalierstart, ohne dass durchdrehende Räder schwarze Streifen auf dem Asphalt ziehen und so die Reifen schnell altern lassen. Das werden künftige Besitzer einmal ausprobieren, einmal der Herzdame vorführen und dann bald vergessen. Ähnlich der Race-Modus, in dem das ESP-ausgeschaltet werden kann. Jetzt kann der T-Roc auch Drift, je nach Geschick beim Umgang mit dem Gaspedal. Zudem dreht der Kraftbolzen die Gänge höher aus und bleibt dabei immer im idealen Drehmomentbereich, um den imaginären Rivalen der Rennbahn vor der nächsten Kurve auszubremsen.

Mit „Wenn und Aber“

Freizeitspaß für die PS-Jünger zu einem Preis, der deutlich unter den Kursen ähnlich potenter Edelmarken wie Audi SQ2 oder BMW X2 M liegt. Wobei natürlich die 44.000 Euro Basispreis für all jene zu happig sind, die ein Auto als Vehikel zur zeitgemäßen Fortbewegung und nicht als Sportgerät sehen. Außerdem locken in der Preisliste viele Details, die im Eintrittsgeld für den T-Roc R noch nicht mit drin sind. So kann sich der Spaß schnell der 50.000-Euro-Marke annähern.

Unter dem Strich bleibt bei solchen Autos die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Die Reise von VW soll in Richtung Elektro gehen, laut Konzernführung ohne „Wenn und Aber“. Da spielt der T-Roc R wohl die Rolle des „Aber“, allerdings mit dickem Ausrufezeichen.

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