VW Tiguan Facelift: Offene Planstelle

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Die digitale Revolution im Innenraum übernimmt wie beim neuen Golf auch im Tiguan das Kommando. Neue Steuerung von Heizung und Klima über Regler mit Berührungsflächen (Touch-Module), die auf Druck oder auf Wischgesten reagieren. Ähnliche Flächen sind auch in Griffnähe am Lenkrad. Das Infotainment-System MIB 3 verbessert die Vernetzung mit dem Internet, hat eine eigene SIM-Karte und ist damit wie der neue Golf immer online. Zahlreiche Dienste wie Apple Carplay oder Android Auto funktionieren jetzt, ohne dass das Smartphone per Kabel verbunden sein muss.

Neues auch bei den Assistenzsystemen: Das „Travel-Assist“ übernimmt zwischen 0 und 210 km/h das Lenken, Beschleunigen und Bremsen des Tiguan, arbeitet dabei mit Abstandsradar und Spurhalteassistent zusammen. Der Fahrer muss aber die Hände am Lenkrad lassen. Der Tempomat mit seinen Radaraugen nutzt jetzt auch die Kamera und die Daten des Navis, um Temposchilder, Kreisverkehr, Kreuzungen oder Ortseinfahrten einzubeziehen. Serienmäßig registriert der Notbremsassistent nunmehr Fußgänger, die offenbar gleich die Straße überqueren wollen.

VW Tiguan: Der Lückenschließer
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Gegen Aufpreis versorgt der neue Tiguan seine Scheinwerferaugen auch mit dem derzeit besten Licht, das aus Touareg, Passat oder Golf bekannt ist. Das Matrix-System erhellt die Straße aus je 24 LED, wobei auch hier die Elektronik das Kommando hat. Der Fahrer kann immer mit Fernlicht unterwegs sein. Entgegenkommende Autos oder andere Lichtquellen werden durch gezieltes Dimmen der einzelnen LED-Leuchten vor Blendung geschützt. Logisch, dass auch die hinteren Blinker jetzt optisch in die Richtung „wischen“, in die der Fahrer gleich abbiegen will.

Brandstätter: Tiguan soll Brücken schlagen

Und wie erkennt man einen neuen Tiguan von außen? Hier schaut man dem Neuling einfach ins Gesicht, die Frontpartie wurde nämlich dezent, aber trotzdem deutlich umgestaltet. Das Kühlergrill-Lächeln wird jetzt von einer vierten an den Seiten nach unten angeschrägten Lamelle verfeinert und erinnert so an den großen Touareg oder den amerikanischen VW Atlas. Die Motorhaube wurde durch eine kleine Stufe über dem Grill leicht erhöht und kommt somit optisch kraftvoller daher. Das Tagfahrlicht, bisher eine Art Lidstrich über den Scheinwerfern, umrundet die vier LED-Augen jetzt einzeln nach unten. Am Heck bleibt bis auf einen jetzt mittigen Modell-Schriftzug unter dem VW-Zeichen alles wie gehabt.

Der neue VW-CEO Ralf Brandstätter erklärte am Mittwoch: „Das Design gehörte schon immer zu den wichtigsten Kaufgründen für den Tiguan“ Das Facelift soll nun „eine Brücke zu seinen großen Brüdern wie dem Touareg und dem Atlas“ in den USA schlagen.

Preise bleiben noch geheim

Noch gibt VW weder technische Daten, Details zu dem Motorenangebot geschweige denn die Preise bekannt. Fest steht aber, dass es wieder Versionen mit Front- oder Allradantrieb geben wird. Vermutlich werden zum Start im Herbst zwei Benziner (1,5 und 2,0 Liter) mit verschiedenen Leistungsstufen (derzeit 96 kW/130 PS bis 140 kW/190 PS) verfügbar sein. Hinzu kommen verschiedene Leistungsstufen des Zweiliter-Diesels.

Neu geordnet wurden auch die Ausstattungslinien. Immer serienmäßig werden LED-Scheinwerfer, Notbremsassistent, Multifunktionslenkrad und ein Infotainmentsystem mit mindestens 6,5 Zoll-Monitor sein. Ab der zweiten Stufe („Life“) kommen Abstandsradar, Fernlichtassistent, Dachreling und 17-Zoll-Räder hinzu. Die Top-Versionen „Elegance“ und „R-Line“) verfügen über Matrix-Licht, digitales Cockpit mit 10-Zoll-Bildschirm und vieles mehr. In der Aufpreisliste locken viele feine Details, teilweise zu Paketen gebündelt. Unterm Strich sollen sich die Preise des Tiguan (heute ab 30.870 Euro) nicht wesentlich erhöhen, wenn man die verbesserte Serienausstattung mit ins Kalkül zieht.

Dennoch startet der Tiguan in eine schwere Zeit mit Unsicherheiten wegen Corona, Umweltdiskussion und sicher auch knapperen Kassen der Kunden. Hinzu kommt die Konkurrenz der kleineren und günstigeren SUV, im eigenen Haus auch durch T-Roc und T-Cross. Und die reinen Elektroautos starten gerade durch. Traumzahlen wie in den vergangenen Jahren wird auch ein Erfolgsmodell wie der Tiguan wohl nur schwer erreichen können.

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