Suchen

VW und Audi: Vertragspoker auf der Zielgeraden

| Autor: Martin Achter

Bis Ende Juni wollten VW und Audi neue Verträge mit ihren Händlern verhandeln. Dieses Zieldatum werden die Parteien aber wohl nicht ganz einhalten – wenngleich sich eine Einigung abzeichnet. In einigen Punkten stellt sich der Handel aber strikt gegen die Hersteller.

Firma zum Thema

(Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

Bis Ende Juni wollten sich VW, Audi und der Partnerverband über neue Vertriebs- und Serviceverträge einigen: Diese Zielmarke ist aus Sicht des Volkswagen- und Audi-Partnerverbands (VAPV) aber wohl kaum zu halten, wie Teilnehmer einer Mitgliedertagung am Mittwoch in Hannover unter Berufung auf Verbandsangaben berichteten. Dafür zeichne sich jedoch in wichtigen Punkten eine Verständigung mit den Herstellermarken ab.

Nach Aussagen der Tagungsteilnehmer könnten sich die Verhandlungen zwischen VW, Audi und Verband aufgrund der offenen Punkte bis Mitte oder Ende Juli ziehen. Dabei stünden die Gespräche mit VW aber schon kurz vor der Ziellinie. Mit Audi seien rund 85 Prozent der Inhalte geklärt, bei VW Nutzfahrzeuge befänden sich die Verhandlungen – unter anderem auch aufgrund anderer Kündigungstermine – noch so gut wie am Anfang.

Zu der Tagung in Hannover waren rund 700 Vertreter von VW- und Audi-Betrieben gekommen. Der Händlerverband hatte in diesem Jahr bereits zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen eingeladen, um die Partner über den aktuellen Verhandlungsstand zu informieren – zuletzt Mitte März. Seitdem war mit den Herstellermarken weiterverhandelt worden.

Dass sich VW und Audi in den Gesprächen auf den Handel zubewegt hätten, zeige sich unter anderem an der überarbeiteten Präambel der Vertragsentwürfe – also an der Einleitung, sagten verschiedene Vertreter von Handelsbetrieben unter Verweis auf die Darstellung des Händlerverbands. „Jetzt bewegen wir uns auf Augenhöhe mit den Herstellern. Die Worte zeigen, dass es ihnen wirklich um eine Partnerschaft geht“, sagte ein Händler.

Ein anderer Partner betonte, dass die Präambel deswegen von besonderer Bedeutung sei, weil sie den Geist des Vertrags widerspiegle. Sie bilde jetzt anders als zu Verhandlungsbeginn Aspekte wie die unternehmerische Selbstständigkeit des einzelnen Händlers, die Profitabilität seines Geschäfts und die Kundenorientierung ab.

Anders als zuvor sei jetzt auch die Mitbestimmung des Handels über den Händlerverband bei Fragen geregelt, die das Händlergeschäft beträfen, sagten Tagungsteilnehmer. So seien etwa Entscheidungen des Hersteller zur künftigen Vermarktung digitaler Produkte, zur Rücknahme von Batterien oder von E-Fahrzeugen zustimmungspflichtig. Bei Fragen zu neuen Vertriebs- und Serviceformaten habe der VAPV Beratungsrecht.

(ID:45363098)

Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Redakteur Management & Handel bei »kfz-betrieb«