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VW will 3D-Druck in großem Stil einsetzen

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Bisher war 3D-Druck zu teuer und zu langsam, um in großer Stückzahl Teile für die laufende Auto-Massenproduktion herzustellen. Volkswagen geht allerdings davon aus, dass dieses Hindernis in zwei bis drei Jahren überwunden sein wird.

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Komplexe Teile lassen sich inzwischen per 3D-Druck herstellen.
Komplexe Teile lassen sich inzwischen per 3D-Druck herstellen.
(Bild: Mesago)

Volkswagen will in naher Zukunft Fahrzeugteile aus dem 3D-Drucker in der Serienfertigung einsetzen. Schon in der nächsten Fahrzeuggeneration sollen gedruckte Strukturteile integriert werden, so das erklärte Ziel des Herstellers. Dazu arbeitet VW nun mit dem Drucker-Hersteller HP zusammen. Die Kooperation soll dem Einsatz von 3D-Metalldruckverfahren für die Serienproduktion von Autos zum Durchbruch verhelfen.

Nach Angaben des Herstellers waren 3D-Druck-Verfahren bislang zu zeitaufwendig und teuer, um sie für die Massenfertigung von Fahrzeugteilen einzusetzen. Doch durch die neue Generation der „HP Metal Jet-Drucker“ könnte die Technik künftig sogar bei komplexen Bauteilen mit traditionellen Verfahren wie Pressen oder Gießen konkurrieren. Mit der neuen Technik verbessert sich die Produktivität je nach Bauteil bis um das Fünfzigfache. Als Zeithorizont für den Einsatz von Teilen aus dem 3D-Drucker nennt VW zwei bis drei Jahre.

Ein komplettes Fahrzeug werde allerdings so schnell nicht aus dem 3D-Drucker kommen, schränkt der Hersteller die Zukunftsperspektiven ein. Vor allem große und wenig komplexe Teile, beispielsweise Motorhauben, lassen sich langfristig günstiger und schneller in den traditionellen Produktionsverfahren herstellen.

Auch andere Autobauer greifen bereits auf den 3D-Druck zurück, allerdings bisher vor allem für Teile, die in kleinen Stückzahlen benötigt werden: BMW hat die additive Fertigung zum Beispiel für Bauteile in DTM-Autos eingesetzt oder um rekonstruierte Ersatzteile für einen historischen BMW 507 zu produzieren. Auch die Klassik-Abteilung von Porsche setzt auf 3D-Druck-Technik, um Ersatzteile anbieten zu können, für die sich die Herstellung neuer Werkzeuge nicht lohnt. Und Bugatti lässt den Titan-Bremssattel für den Supersportwagen Chiron per 3D-Druck anfertigen.

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