Serviceaktion VW will 56.000 Golf-8-Modelle nachbessern

Autor: Christoph Seyerlein

Per umfangreichem Softwareupdate will Volkswagen bei zehntausenden Golf-Modellen manches Problem ausmerzen. Bestimmte Derivate erhalten allerdings auch direkt ein neues Steuergerät.

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Der Golf 8 ist bislang keine Erfolgsgeschichte für VW.
Der Golf 8 ist bislang keine Erfolgsgeschichte für VW.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen startet in dieser Woche mit einer freiwilligen Serviceaktion für den Golf 8. Wie ein Sprecher »kfz-betrieb« mitteilte, will der Hersteller bei insgesamt 56.000 Fahrzeugen in Europa – davon etwa 26.000 in Deutschland – per Softwareupdate Fehler wie etwa ausfallende Rückfahrkameras oder schwarze Bildschirme beheben und die Performance des Systems verbessern.

Betroffen sind Golf-8-Modelle, die VW zwischen 2019 und der Kalenderwoche 29 2020 gebaut hat. Alle danach produzierten Fahrzeuge haben bereits das verbesserte Software-Paket an Bord, erklärte der Sprecher.

Bei manchen Derivaten, etwa den Mild-Hybriden, sollen die Werkstätten auch einen Austausch des Steuergeräts vornehmen. Dies betreffe aber nur einen kleinen Bruchteil aller Fahrzeuge, die für die Serviceaktion in Frage kommen, so der Sprecher. Die Serviceaktion soll einen Tag dauern, Kunden erhalten für diese Zeit einen kostenlosen Leihwagen und einen Servicegutschein.

Da die VW-Partner keine sicherheitsrelevanten Mängel beseitigen müssen, handelt es sich um eine freiwillige und nicht vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überwachte Aktion.

In Teilen widersprachen die Wolfsburger damit einem Bericht der „FAZ“ von Montagabend. Darin hieß es, Volkswagen spiele mit dem Gedanken, alle bislang ausgelieferten Golf-Modelle zurückzurufen.

Neuer Golf läuft bisher eher holprig

Beim Hersteller wird man hoffen, mithilfe der Serviceaktion etwas Ruhe in das Thema Software-Probleme beim neuen Golf zu bekommen. Zahlreiche Medien hatten immer wieder über System-Aussetzer berichtet. Auch Händler und Kunden hatten viel Kritik geübt.

Und auch die Verkaufszahlen sehen bislang nicht gut aus: In Deutschland büßte der Golf im vergangenen Jahr mit 136.324 Neuzulassungen beispielsweise um ein Drittel im Vergleich zu 2019 ein. Volkswagen selbst verweist in dem Zusammenhang vor allem auf die negativen Einflüsse durch die Corona-Pandemie. Zudem seien durch den Modellwechsel im zurückliegenden Jahr erst nach und nach alle verschiedenen Golf-Derivate auf den Markt gekommen.

Aus dem Handel ist allerdings zu hören, dass das generelle Kundeninteresse an der achten Golf-Generation nicht allzu groß ist. Auch die Positionierung des Fahrzeugs ist immer wieder ein Thema: Die vielen digitalen Elemente machten die Bedienung des Autos kompliziert und passten damit nicht zur klassischen Zielgruppe, war zuletzt mehrfach zu vernehmen. Zudem kritisieren einige, der neue Golf sei schlicht zu teuer.

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Entwicklungsredakteur