VW will CO2-Ausstoß der Flotte 2020 um 25 Gramm senken

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Neben der Elektrifizierung will VW in den kommenden Jahren auch die Digitalisierung intern und extern vorantreiben. Im Fokus stehen dabei zwei Kernbereiche: die Umsetzung der Roadmap Digitale Transformation sowie der Aufbau der Car-Software-Organisation.

VW will dafür 2.000 neue Digital-Stellen schaffen. Zugleich werden in der Verwaltung bis 2023 aber auch bis 4.000 Arbeitsplätze gestrichen. Insgesamt hat VW, seit der „Zukunftspakt“ zwischen Unternehmen und Arbeitnehmervertretung geschlossen wurde, rund 2,7 der geplanten drei Milliarden Euro einsparen können. Die Maßnahmen kosteten 10.900 Arbeitsplätze, zugleich baute VW 4.500 neue Stellen auf. Dies alles sei notwendig, um die Organisation schneller, schlanker und wettbewerbsfähiger aufzustellen, heißt es vom Hersteller.

Auch die deutsche Vertriebsorganisation wird das betreffen. Jede fünfte Stelle wird dort wegfallen. Deutschlandchef Holger B. Santel erklärte im Gespräche mit »kfz-betrieb«: „Wir machen das nicht, um den Handel schlechter zu bedienen, sondern um ihn besser zu betreuen. Künftig wird es nicht mehr vorkommen, dass zahlreiche Mitarbeiter von uns bei ein und demselben Händler auf den Hof fahren, um einen Kaffee zu trinken.“

Gute Zahlen 2019, Unsicherheit 2020

All diese Maßnahmen sollen helfen, die Marke VW zukunftsfähig zu machen. Dabei kann sich der Hersteller auf eine gesunde Basis verlassen: Im vergangenen Jahr lieferte das Fabrikat mit knapp 6,3 Millionen Einheiten weltweit so viele Neuwagen aus wie nie zuvor. Besonders SUVs wie T-Cross, T-Roc und der Atlas in den USA haben dazu laut dem Hersteller beigetragen. VW-Bestseller war 2019 erneut der Tiguan, von dem die Wolfsburger über 700.000 Stück verkauften.

Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2018 um 4,5 Prozent auf 88,4 Milliarden Euro. Noch besser entwickelte sich der Gewinn vor Sondereinflüssen. Er legte um 16,9 Prozent auf knapp 3,8 Milliarden Euro zu. Damit erreichte VW eine operative Umsatzrendite von 4,3 Prozent.

Eine Prognose für das Jahr 2020 fällt den Managern in Wolfsburg aufgrund der derzeitigen Corona-Krise schwer. Klar ist: Die Situation wird auch des VW-Geschäft belasten. Aktuell fährt der gesamte Volkswagen-Konzern einen Großteil seiner europäischen Produktion herunter, um die Pandemie einzudämmen. Voraussichtlich soll der Shutdown in den VW-Werken zunächst zehn Tage andauern.

Finanzvorstand Alexander Seitz erklärte am Mittwoch: „Wie groß die Auswirkungen sind, können wir heute noch nicht abschätzen. Wir werden alles tun, um unsere Mitarbeiter zu schützen und unser Geschäft zu stabilisieren.“ Seitz versuchte zudem, etwas Optimismus zu verbreiten: Volkswagen habe in der Vergangenheit bewiesen, mit schwierigen Situationen umgehen zu können. Markenchef Brandstätter pflichtete ihm bei: „Mit den guten Ergebnissen des letzten Jahres im Rücken, können wir dieser Krise aber mit Mut und Zuversicht begegnen.“

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility