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VW will Handel für Elektromobilität begeistern

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Jens Rehberg

Die Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein in Volkswagens Zukunftsplänen. Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann will den Handel dabei mit ins Boot holen, spürt in den Betrieben aber eine gewisse Skepsis.

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Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann will den Handel für die Elektromobilität begeistern.
Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann will den Handel für die Elektromobilität begeistern.
(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Eine Million verkaufte E-Autos im Jahr. Diese Zielmarke hat sich VW bis 2025 selbst gesetzt. Auch den Wolfsburgern ist klar: Ohne Unterstützung der eigenen Händler wird das nichts. Und so sagte VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann am Rande des Genfer Autosalons im Gespräch mit »kfz-betrieb«: „Wir wollen unsere Händler für das Thema begeistern.“

Eine triviale Aufgabe sei das allerdings nicht. Er spüre in vielen Betrieben eine gewisse Skepsis gegenüber der Elektromobilität. „Da werden wir auch längst nicht alle Mitarbeiter für gewinnen können. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir in jedem VW-Autohaus Ansprechpartner finden, die das mit Freude angehen.“ Generell sei es auch bei Stromern wichtig, dem Kunden das Fahrzeug schmackhaft zu machen. Schließlich, so VW-Markenvorstand Herbert Diess bei der Vorstellung des Konzeptfahrzeugs „I.D. Vizzion“, seien auch die Elektroautos der Wolfsburger „nicht einfach ein Haufen Blech“, sondern vielmehr begehrenswerte Produkte.

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Eine Schlüsselrolle in der Elektro-Strategie des Herstellers soll der deutsche Markt spielen. Stackmann sagte: „Wenn wir dem Elektroauto in Europa zum Durchbruch verhelfen wollen, wird das nur funktionieren, wenn wir es in Deutschland schaffen.“ Dabei will der Manager den Handel explizit mit ins Boot holen, ein reiner Direktverkauf sei bei den Stromern nicht geplant. Zum Thema Internet-Vertrieb generell befinde man sich mit Händlervertretern weiter in Gesprächen, so Stackmann.

Wichtigster Stromer-Markt wird für VW aber wenig überraschend China werden. Dort will der Autobauer nach Einschätzung eines Markensprechers „mindestens 60 Prozent“ seines weltweiten E-Auto-Absatzes realisieren. Vor dem Hintergrund der angekündigten E-Auto-Quote in China ist VW auf seinem größten Markt auch ein Stück weit dazu gezwungen.

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Aber auch in Europa muss der Hersteller umbauen, will er 2021 nicht in ein CO2-Dilemma rutschen. „Erkaufen“ will sich VW eine passende Bilanz laut Stackmann aber nicht, ein Erreichen der Ziele über massenhafte Eigenzulassungen von Elektroautos und Hybriden sei kein Thema. „Wir sind davon überzeugt, dass wir unsere Produkte nicht in den Markt drücken müssen. Der Kunde wird unsere Elektroautos von sich aus haben wollen“, zeigte sich der Vertriebsvorstand zuversichtlich.

Zu den laufenden Verhandlungen mit dem VW-Händlerverband wegen neuer Verträge für die Partner wollte sich Jürgen Stackmann nicht im Detail äußern. Man befinde sich „in guten Gesprächen“, aktuell treffen sich die Parteien in einem zweiwöchigen Rhythmus. „Sobald es da etwas Neues zu vermelden gibt, werden wir das tun“, so Stackmann. Ziel sei es, spätestens im Sommer 2018 eine Einigung erzielt zu haben.

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