VW würde Hardware-Nachrüstung mitfinanzieren

Autor: Christoph Seyerlein

Mit Volkswagen lenkt der erste Hersteller beim Thema Hardware-Nachrüstungen für ältere Diesel zumindest teilweise ein. Die Forderung von Politik und Verbraucherschützern, die vollen Kosten für die Umbauten zu tragen, wollen die Wolfsburger allerdings nicht erfüllen.

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(Bild: Volkswagen)

Volkswagen hat bei der Suche nach Lösungen aus der Diesel-Misere nach Informationen des „Spiegel“ ein Stück weit eingelenkt. Dem Nachrichtenmagazin zufolge zeigte sich Konzernchef Herbert Diess in einer Videokonferenz mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zumindest dazu bereit, sich an Hardware-Nachrüstungen finanziell zu beteiligen. Komplett übernehmen will der Manager die Kosten für die Umbauten allerdings nicht, sondern nur 80 Prozent davon tragen.

Jene Lösung hatte auch Scheuer ursprünglich im Auge, war nach einer Intervention seines CSU-Parteikollegen Markus Söder aber umgeschwenkt und hatte von den Herstellern die volle Kostenübernahme gefordert. Noch bis Freitag wird Scheuer mit Führungskräften aus der Autoindustrie verhandeln, um dann Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Vorschlag zu unterbreiten, wie sich aus seiner Sicht und der der Konzerne Fahrverbote vermeiden lassen. In der Folge wollen dann Merkel, Scheuer, Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Finanzminister Olaf Scholz und Umweltministerin Svenja Schulze (beide SPD) über das weitere Vorgehen entscheiden.

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Bislang hatte die Autoindustrie Hardware-Nachrüstungen strikt abgelehnt. Von VW heißt es nun, man werde „maßgeschneidert für jeden Kunden das richtige Angebot zum Umstieg vorlegen“. Aus dieser Aussage lässt sich herauslesen, dass Diess und Co. auch weiterhin favorisieren, Kunden mit Euro-4- und Euro-5-Dieseln zum Kauf eines neuen Autos zu bewegen. Dabei haben die Wolfsburger offenbar ein großes Umtauschprogramm im Kopf. Die Option auf einen Rückkauf, wie sie VW von Dieselgate betroffenen Kunden in den USA angeboten hat, lehnt der Hersteller hierzulande aber weiter ab.

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Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«