VW/Audi: Händler schließen 2011 gut ab

Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Andreas Grimm

Die Situation der VW- und Audi-Händler ist weitgehend entspannt, die Renditen auf einem guten Weg. Angesichts dieser Gesamtlage verlief die Wahl des Vorstands des Händlerverbands ohne Überraschungen.

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Berichtete von steigenden Marktanteilen und steigenden Renditen: Verbandspräsident Michael Lamlé.
Berichtete von steigenden Marktanteilen und steigenden Renditen: Verbandspräsident Michael Lamlé.
( von Maltzan )

Die VW- und Audi-Händler profitieren im laufenden Jahr von der guten Marktentwicklung und steigenden Marktanteilen ihrer Fabrikate in Deutschland. Auf der Beirats- und Delegiertenversammlung des Volkswagen- und Audi-Händlerverbands am Mittwoch untermauerte Verbandspräsident Michael Lamlé diese Einschätzung mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Die Entwicklung in diesem Jahr habe die Rendite im Handel steigen lassen, so Lamlé.

Nach seinen Angaben erreichen die VW-Exklusiv-Händler eine Umsatzrendite von 2,5 und die VW-Betriebe insgesamt 2,2 Prozent. Bei Audi erwirtschaften die Exklusivbetriebe 1,9 und die Audi-Händler gesamt 2,1 Prozent Umsatzrendite. Getragen werde die positive Entwicklung neben der Absatzentwicklung von einem sinkenden Nachlassniveau im Handel. „Die Volkswagen- und Audi-Händler haben ein gutes Jahr“, konstatierte Lamlé.

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Dennoch sieht er im Detail deutliches Verbesserungspotenzial für die Lage der Betriebe. Beispielsweise sei eine Umsatzrendite von 1,9 Prozent für einen Audi-Exklusivbetrieb keinesfalls ausreichend. Angesichts der hohen Investitionen, die ein Premiumbetrieb erfordert, und der Bedeutung dieser Häuser im Audi-Netz müsse sich dieser Kennwert deutlich verbessern.

Direktvertrieb wächst

Sorgen bereiten den Händlern die hohe Zahl der Direktgeschäfte der Hersteller. Nach dem Krisenjahr 2008 reduzierten die Hersteller die Verkäufe über diesen Vertriebskanal, inzwischen sind sie aber wieder stark angestiegen.

Ein weiteres Warnzeichen erkennt Lamlé auch beim Blick auf die Lohnerlöse im Service. Einerseits seien sie um 4,5 Prozent gestiegen. „Zwar steigen in manchen Bereichen die Umsätze, gleichzeitig sinkt jedoch der Deckungsbeitrag III“, warnte er. Das sei kein gutes Zeichen für die Zukunft und erfordere von den Unternehmen ein frühes Gegensteuern.

Seite 2: Verbesserungsgespräche mit dem Hersteller

Positiv bewertete Lamlé, dass es keinerlei Signale seitens der Marken gebe, die Verträge ändern zu wollen. Dennoch forderte er ein Umdenken fordert des Herstellers hinsichtlich der Händlerverträge. Vorrangig geht es dabei um die Stabilisierung der Serviceerträge und die Verbesserung der komplexen Margen-, Bonus- und Kundenbefragungssysteme.

Die Interessenvertretung der Volkswagen- und Audi-Händler will weiterhin der Bonusgestaltung und beim Aufbau von CRM-Diensten mitwirken. Außerdem fordern die Händler die Entwicklung eines verbindlichen und revisionssicheren Regelwerks für Audits. Von hoher Bedeutung sei zudem für sie, dass die Partnerinteressen bei der Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte gesichert werden.

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Für die nahe Zukunft erwartet der Verband eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung. Das laufende Jahr werde mit 3,15 Millionen Neuwagen und 6,6 Millionen Besitzumschreibungen abschließen, für 2012 erwartet man ein Verkaufsvolumen auf ähnlichem Niveau. Ebenfalls stabil schätzt der Verband die Serviceumsätze ein. Angesichts der Marktentwicklung und der Modellpolitik der Hersteller könne man wohl mit weiteren Marktanteilsgewinnen bei Volkswagen und Audi rechnen, erklärte Lamlé. Ein Unsicherheitsfaktor bleibe allerdings die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Europa, die derzeit kaum abschätzbar sei.

Wiederwahl des Präsidiums

Nach den Rechenschaftsberichten der Beiratssprecher Mark Scherhag (VW-Pkw), Christoph Bernhard (Audi), Hans Christl (VW-Nutzfahrzeuge) und Rudolf Rübner (Servicepartner) brachte die turnusmäßigen Neuwahl des Vorstands keine Überraschungen. Mit 84 Prozent bestätigten die Delegierten Michael Lamlé in seinem Amt als Verbandsvorsitzenden. Die bisherigen Beiratssprecher wurden ebenfalls wiedergewählt. Allerdings stand Mark Scherhag für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Sein Amt als Beiratssprecher für Volkswagen-Pkw hat Thomas Seifried übernommen, geschäftsführender Vorstand der Graf-von-Hardenberg-Stiftung.

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