Wachsende Probleme mit Produktpiraterie

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Im Gefolge des boomenden Automarkts in China wächst der Markt für gefälschte Autoersatzteile. Trotz entsprechender Gesetze werde sich das Umsatzvolumen verdoppeln, erwartet eine Studie.

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Einsatz zur Automechanika: Auf der Teilemesse beschlagnahmt der Zoll immer mehr gefälschte Produkte, die meist aus Fernost stammen.
Einsatz zur Automechanika: Auf der Teilemesse beschlagnahmt der Zoll immer mehr gefälschte Produkte, die meist aus Fernost stammen.
(Foto: Archiv)

Der britische Marktforscher Ipsos Business Consulting erwartet infolge des weiter wachsenden chinesischen Automarkts eine Zunahme der Produktpiraterie. Die bisher von der chinesischen Regierung erlassenen Gesetze zum Schutz des geistigen Eigentums würden noch zu wenig umgesetzt, um die Entwicklung wirksam zu bremsen, heißt es in einer Trendstudie zum chinesischen Teilemarkt.

Derzeit habe der Markt für gefälschte Ersatzteile ein Volumen von rund 40 Milliarden US-Dollar, heißt es darin. Dieser Markt werde sich bis 2019 verdoppeln. Ein Treiber der Entwicklung ist aus Sicht der Marktforscher der stark wachsende Anteil von Gebrauchtwagen auf chinesischen Straßen infolge der deutlichen Absatzsteigerung der letzten Jahre. Für das Jahr 2020 schätzt die Studie das jährliche Volumen des Gebrauchtwagenmarkts auf 20 Millionen Einheiten.

„In dem Maße, wie sich das Wachstum des Absatzes in China fortsetzt, bietet auch das Aftersales-Geschäft eine enorme Verdienstquelle“, sagt Klaus Paur, Leiter von Ipsos Automotive. Es werde für die Hersteller eine große Herausforderung, diesen Teil des Marktes vor Fälschungen zu schützen.“ Ob die Teile dann auch vermehrt in den Export kommen, ließ die Studie allerdings offen. Zuletzt war die Zahl der Beschlagnahmungen von Plagiaten auf der Automechanika in Frankfurt regelmäßig gestiegen.

In China werde die Entwicklung noch verschärft, weil in den nächsten Jahren immer mehr Wartungen und Reparaturen durch den wachsenden Fahrzeugbestand anfielen. Bereits jetzt sind auf den Straßen Chinas mehr als 100 Millionen Fahrzeuge unterwegs, der Fahrzeugbestand wird sich laut Ipsos verdreifachen. Zugleich deckten die Investitionen ausländischer Hersteller zur Ersatzteilproduktion aber nur rund ein Drittel des Bedarfs ab, heißt es in der Studie „Trends in der chinesischen Teileindustrie“.

Für Unternehmen komme es nun darauf an, mehr in den Schutz ihrer Produktion sowie des geistigen Eigentums zu investieren. So könnten Trittbrettfahrer unter den Ersatzteilherstellern wirksamer ausgebremst werden.

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