Tarifverhandlungen Warnstreiks in Bayern – Verhandlungen in NRW vertagt

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

In verschiedenen bayerischen BMW-Werken sowie bei Zulieferern hat die IG Metall im Tarifstreit zu Warnstreiks aufgerufen. Unterdessen wurden die Verhandlungen in Nordrhein-Westfalen nach der sechsten Runde erneut vertagt.

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(Bild: IG Metall)

Die IG Metall hat für Freitag zu Warnstreiks in allen BMW-Werken und bei vielen Autozulieferern in Bayern aufgerufen. Bei BMW in München, Dingolfing, Landshut, Regensburg und Wackersdorf würden die Spätschichten zwei Stunden früher Feierabend machen, kündigte die Gewerkschaft an. An mehreren Standorten von Bosch, ZF, Schaeffler, Mann + Hummel und Magna seien die Beschäftigten ebenfalls zu Warnstreiks aufgerufen.

IG-Metall-Bezirksleiter Johann Horn sagte: „Wir hoffen, die Arbeitgeber verstehen die Signale der Beschäftigten.“ Die IG Metall fordert für die Branche bundesweit vier Prozent mehr Lohn oder bei Betrieben in der Krise eine entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit. Die Arbeitgeber bieten eine Nullrunde in diesem Jahr und noch nicht bezifferte Lohnerhöhungen 2022. Außerdem wollen sie bei schlechten Geschäftszahlen automatisch vom Tarifvertrag abrücken können.

In Nordrhein-Westfalen sind die Verhandlungen nach der sechsten Runde am frühen Freitagmorgen ergebnislos vertagt worden. Der Präsident von Metall NRW, Arndt G. Kirchhoff, sagte: „Nach zwölfstündigen Verhandlungen haben wir uns entschlossen, zur Beratung in unseren Gremien eine Denkpause einzulegen.“ Zuvor hatten die NRW-Metallarbeitgeber der IG Metall eigenen Angaben zufolge eine Zahlung von 350 Euro im Jahr 2021 angeboten.

3,8 Millionen Beschäftigte betroffen

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit rund 3,8 Millionen Beschäftigten, vier Prozent mehr Lohn – wo es in einem Betrieb schlecht läuft, auch in Form von Lohnausgleich bei einer auf vier Tage abgesenkten Arbeitszeit. Die Tarifverhandlungen werden regional geführt. Dabei bildet sich schrittweise ein Pilotbezirk heraus, wiederholt war das auch Nordrhein-Westfalen.

Die bislang fünf Verhandlungsrunden in NRW waren ohne Ergebnis geblieben. Die Gewerkschaft hatte deshalb auch dort Warnstreiks gestartet.

Kirchhoff sagte am frühen Freitagmorgen, es bleibe dabei, dass die immer noch sehr angespannte wirtschaftliche Lage keinen Raum für eine allgemeine Entgelterhöhung lasse. Deshalb solle es im Jahr 2021 bei einer Unterstützungszahlung bleiben, die dazu geeignet sei, „die Belastungen abzumildern, die bei allen Beschäftigten des Industriezweigs durch die Pandemie auftreten“. Er forderte die Gewerkschaft auf, von weiteren Warnstreiks abzusehen. Er sei grundsätzlich zuversichtlich, mit der Gewerkschaft noch vor Ostern eine Einigung zu erzielen.

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