Doppelter Stresstest 2021

Warum der Druck auf die Autobranche anhält

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3. E-Zulassungen, Ladenetz, Debatte über Verbrenner-Aus: Die von Staat und Industrie finanzierten Kaufanreize beleben die Nachfrage seit dem Sommer spürbar, manche Branchenvertreter wie VW-Chef Herbert Diess sprachen schon von einem entscheidenden Jahr 2020. Die absolute Zahl der E-Autos ist indes noch relativ gering. Kunden können maximal 9.000 Euro Zuschuss je Fahrzeug erhalten. Der Verband VDA begrüßte dies, Chefin Hildegard Müller betonte jedoch: „Zur Zukunft gehören weiterhin auch moderne Verbrenner. Hier muss mit aller Kraft daran gearbeitet werden, den Kraftstoffeinsatz CO2-neutral zu machen.“

Eine Durchdringung der Flotte mit neuen Antrieben ist wichtig, um die verschärften Klimaziele einzuhalten. Dass auch Hybridwagen gefördert werden, ruft bei Umweltschützern Kritik hervor. Andere Konzepte wie die Brennstoffzelle oder Motoren für synthetisch produzierten Sprit stehen im Pkw-Markt noch am Anfang. Diskutiert wird auch über ein Zieldatum für ein Verbrenner-Aus. In Großbritannien sollen ab 2030 keine herkömmlichen Benzin- und Dieselautos mehr verkauft werden dürfen - weitere Länder haben verbindliche Endtermine im Blick.

Der Ausbau des Ladenetzes bleibt einstweilen der größte Hemmschuh. An Fernstrecken wächst zwar die Zahl der Ladesäulen. Doch viele private Nutzer müssen ihren Wagen zu Hause, in der Stadt oder bei der Arbeit laden können. Auch hier gibt es Zuschüsse, es sind Veränderungen im Bau- und Mietrecht nötig. Der Bund will erreichen, dass es bis Ende 2022 Schnelllademöglichkeiten an jeder vierten Tankstelle gibt. Trägt eine Selbstverpflichtung der Branche nicht Früchte, folgt ein Gesetz.

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