Head-up-Display Wayray zeigt Konzept für Hologramme auf Autoscheiben

Quelle: dpa/sp-x

Der russische Zulieferer arbeitet an einem Head-up-Display, das Hologramme auf jede Scheibe im Auto projizieren kann. Wayray präsentierte die Technik an dem Showcar „Holograktor“ und will sie ab 2025 in Serie einsetzen.

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Der Weg ins nächste Krankenhaus – naturgetreu eingeblendet an die passende Stelle im Sichtfeld des Fahrers.
Der Weg ins nächste Krankenhaus – naturgetreu eingeblendet an die passende Stelle im Sichtfeld des Fahrers.
(Bild: Wayray)

Dreidimensionale Animationen auf den Millimeter genau positioniert und in jeden Winkel der Wirklichkeit projiziert – damit will das russische Unternehmen Wayray Autofahrern künftig buchstäblich die Augen öffnen. Der Zulieferer hat dafür das nach eigenen Angaben erste Head-up-Display entwickelt, das Holografie und Augmented Reality kombiniert. Der erste Serieneinsatz wurde für 2025 angekündigt.

Von Head-up-Displays kennen viele Autobesitzer bereits Augmented Reality, also Einblenden virtueller Anzeigen auf eine reale Umgebung: Mal auf einer schmalen Klappscheibe über dem Lenkrad, mal auf eine Folie im Sichtbereich des Fahrers auf die Frontscheibe projiziert. Mit sich verjüngenden Einblendungen täuschen etwa Navigationspfeile dabei in den neuesten Systemen sogar eine dreidimensionale Perspektive vor, die in zwei bis sieben Metern vor dem Auto auf der Straße schwebt.

Animationen passen sich an Umgebung an

Wo bislang nur Zahlen oder einfache Grafiken ins Blickfeld projiziert werden konnten, spiegelt die Wayray-Technologie komplexe Animationen auf die Scheiben, die auch ohne spezielle Brille als dreidimensional wahrgenommen werden können.

Sie bewegen sich analog zum Fahrzeug, werden von der Blickrichtung gesteuert und passend zur Umgebung positioniert. Der Fahrer werde damit besser über die Routenführung oder die Funktionsweise seiner Assistenzsysteme informiert.

Und für die Insassen könnten unterhaltsame Inhalte wie Spiele oder Reisehinweise eingeblendet werden. Selbst Werbung könne auf diese Weise ortsspezifisch angezeigt werden, so der Hersteller weiter.

Video-Telefonat in 3D

„Aber es wäre etwa auch möglich, ein dreidimensionales Video-Telefonat mit einem Freund auf der Ebene vor dem Fahrzeug zu zeigen – der Beifahrer kann dann wie bei einem richtigen Treffen mit dem weit entfernten Anrufer sprechen“, so Vitaly Ponomarev, Gründer von Wayray.

Möglich wird die neue Form der Kommunikation durch eine beschichtete Spezialfolie, die Wayray hat patentieren lassen. Sie wird vom Leverkusener Scheibenzulieferer Covestro produziert – und erzeugt das holografische Bild, das vom Lichtstrahl eines Lasers nach den Infos aus der Software vorgegeben wird.

Alle Fenster könnten zur Infofläche werden

Das System bietet laut Hersteller aber noch weitere Vorteile, ohne dass es nennenswert mehr koste: Verglichen mit herkömmlichen Head-up-Displays benötige es nur etwa zehn Prozent des Bauraums und könne deshalb in alle Fahrzeuge installiert werden.

Außerdem beschränke sich die Bildfläche nicht allein auf die Frontscheibe vor dem Fahrer. Sondern weil die Technik auf einer speziellen Folie basiere statt auf einem Projektor, könnten alle Fensterflächen im Fahrzeug bespielt werden.

Showcar von Koenigsegg

Zur Demonstration der Technologie hat Wayray gemeinsam mit dem Designstudio des Sportwagenherstellers Koenigsegg eigens ein Showcar aufgebaut, den Holograktor. Der elektrische Kleinwagen ist als Taxi der Zukunft gedacht, das von einem Fahrer über eine Fernsteuerung oder vom Autopiloten gesteuert werden kann.

Die Studie Holograktor ist 4,40 Meter lang und fährt elektrisch.
Die Studie Holograktor ist 4,40 Meter lang und fährt elektrisch.
(Bild: Wayray)

Hinter den weit ins Dach geschnittenen Flügeltüren warten laut Hersteller drei Sitze, die alle beste Sicht bieten. Und weil im Idealfall jemand anderes fährt, damit die Hologramme ungestört genossen werden können, gibt es an jedem Sessel Joysticks und Touchpads fürs Spielen und Surfen.

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