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Wegen Corona: Conti verschärft Sparkurs nochmal drastisch

| Autor / Redakteur: dpa / Viktoria Hahn

Der Autozulieferer und Reifenhersteller aus Hannover befindet sich weiterhin schwer in der Krise. Deshalb peilt das Unternehmen nun ab 2023 jährliche Bruttoeinsparungen in Höhe von einer Milliarde Euro an. Von Seiten des Konzernbetriebsrats hagelt es nun heftige Kritik.

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Conti wird – wie weite Teile der Autoindustrie – derzeit schwer vom Nachfragerückgang in der Corona-Krise getroffen.
Conti wird – wie weite Teile der Autoindustrie – derzeit schwer vom Nachfragerückgang in der Corona-Krise getroffen.
(Bild: Continental)

Continental verschärft seinen Sparkurs noch einmal deutlich und treibt den laufenden Umbau im Angesicht der schweren Corona-Einbrüche an einzelnen Standorten weiter voran. Von 2023 an werden laut jüngsten Planungen nun brutto mehr als eine Milliarde Euro an Einsparungen pro Jahr angepeilt, teilte der Dax-Konzern am Dienstag mit.

Die jährliche Zielgröße bis 2023 betrug bisher rund 500 Millionen Euro. Der Autozulieferer will die Kosten noch stärker drücken. Zudem wird klarer, welche weiteren Schritte auf das Personal zukommen. Betriebsräte und Gewerkschafter zeigten sich alarmiert.

Abbau zahlreicher Jobs

Conti wird – wie weite Teile der Autoindustrie – derzeit hart vom Nachfragerückgang in der Corona-Krise getroffen. Die Hersteller bestellen weniger, das Geschäft läuft nur langsam wieder an, in China etwas rascher. Hinzu kommt der teure und schwierige Umbau, der die Hannoveraner weg von klassischer Verbrennertechnologie führen soll.

Das im vergangenen Jahr gestartete Programm „Transformation 2019-2029“ ist mit dem Abbau zahlreicher Jobs in alten Bereichen wie Mechanik und Hydraulik verbunden. Parallel will Continental möglichst viele Beschäftigte weiterqualifizieren.

Aktuell gehe man davon aus, dass es global Auswirkungen auf 30.000 der über 232.000 Arbeitsplätze gebe, erklärte der Konzern. „Das heißt, sie werden dabei verändert, verlagert oder aufgegeben.“ 13.000 der fraglichen Jobs seien in Deutschland angesiedelt. In der ersten Stufe war zunächst von bis zu 20.000 betroffenen Jobs insgesamt und 7.000 hierzulande die Rede.

Betriebsrat: „Schwerer Schlag“ für Unternehmen und Belegschaft

„Ein Teil des Transformationsprogramms wurde bereits vollzogen“, hieß es – mit Folgen für bislang etwa 3.000 Arbeitsplätze. Jedoch werde es einen Aufbau neuer Stellen geben, die etwa bei Alternativantrieben und Digitaltechnologien entstehen. Man komme zudem von einem hohen Beschäftigungsniveau, auch nach der Wirtschaftskrise 2018/2019.

Der Konzernbetriebsrat ließ dennoch kein gutes Haar an den Ankündigungen. Dessen Chef Hasan Allak und Vize Lorenz Pfau sprachen von einem „schweren Schlag“ für Unternehmen und Belegschaft. „Der Vorstand greift zum bekannten Strickmuster: Umsatz runter, Kosten runter, Werke dicht machen, Arbeitsplätze streichen.“ Schon vor Corona hatten einige Gewerkschafter gemutmaßt, die Führung wolle Herausforderungen wie den Strukturwandel in der Autobranche auch zum Vorwand für die Abwicklung ohnehin unliebsamer Sparten nehmen.

Nach Angaben des Unternehmens konkretisieren sich die Sparansätze unter dem Eindruck der Pandemie-Folgen jetzt weiter. So sollen etwa bestimmte Funktionen aus Produktion, Forschung und Entwicklung „an den weltweit wettbewerbsfähigsten Standorten“ zusammengezogen werden.

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