Wegen Corona: Conti verschärft Sparkurs nochmal drastisch

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

„Dauerhaft unrentable Geschäftsteile“ sollen verkauft werden

Dazu kommen mehr Automatisierung, Nutzung flexibler Arbeitsmodelle und die „Corona-Brücke“, wobei kürzere Arbeitszeit bei gleichzeitiger Weiterbildung möglich ist. „Dauerhaft unrentable Geschäftsteile“ sollen dagegen verkauft werden. Hierzu gab es keine Details. Es könne in dem Zusammenhang aber „zur Verlagerung oder Schließung von Anlagen und Betriebsteilen an Standorten mit dauerhaft zu hohen Kosten, auslaufenden Technologien oder absehbar mittel- bis langfristig unwirtschaftlicher Auslastung der Produktionskapazitäten“ kommen.

Die erweiterten Sparpläne werden noch in den Gremien diskutiert. Personalvorständin Ariane Reinhart sieht die Sondierungen für die deutschen Standorte mit insgesamt 59.000 Beschäftigten vor der „entscheidenden Phase“. „In diesen Zeiten Beschäftigungssicherung auszusprechen, wäre nicht fair den Mitarbeitern gegenüber“, erklärte die Managerin. Auch der Aufsichtsrat muss am Ende zustimmen.

Forderung nach „fairem Paket“ für die Mitarbeiter

Die Conti-Betriebsräte warnten: „Werden die Einschnitte umgesetzt, zerstört der Vorstand Lebenspläne, vernichtet Wissen und Kompetenz in großem Maßstab und beschädigt die Attraktivität von Continental als Arbeitgeber.“ Nötig sei ein für alle ausgewogenes und „faires Paket“ mit besseren Perspektiven für die Mitarbeiter, zu dessen Verhandlung man bereit stehe. „Alles andere würde einen folgenschweren Konflikt mit uns auslösen.“

Auch aus der Gewerkschaft IG BCE kam deutliche Kritik: „Unter dem Deckmantel der Corona-Krise soll nun offenbar alles zusammengekehrt werden, was den Renditeansprüchen nicht mehr gerecht wird“, meinte Hauptvorstandsmitglied Francesco Grioli.

Conti seit dem zweiten Quartal tief in der Verlustzone

Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart hatte schon im Juni gewarnt, dass die Viruskrise die heikle Lage vieler Zulieferbetriebe verschlimmern könnte, sofern die Nachfrage nicht bald anziehe. Ein Grund für die Erweiterung des Sparprogramms sei die fortdauernd geringe weltweite Fahrzeugproduktion und Verschärfung der Konjunkturkrise. Dabei strebe er „einen Ausgleich mit den Interessen unserer Belegschaft“ an.

Im zweiten Quartal war Continental tief in die Verlustzone gerutscht. Der Netto-Fehlbetrag lag zwischen April und Juni bei 741,1 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte es 484,8 Millionen Euro Gewinn gegeben.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:46836358)