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Wegen Corona: Sixt bleibt weiterhin Jahresprognose schuldig

Autor / Redakteur: dpa / Viktoria Hahn

Im dritten Quartal verzeichnete der bayerische Autovermieter erneut einen Umsatz- und Gewinneinbruch. Wegen der Corona-Pandemie will Sixt außerdem weiter keine Prognose für das laufende Geschäftsjahr abgeben.

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(Foto: Sixt)

Sixt wagt wegen der sich wieder verschärfenden Corona-Krise weiter keine Prognose für 2020. Im dritten Quartal verbuchte der Autovermieter erneut einen Umsatz- und Gewinneinbruch. Dies gab das Pullacher Unternehmen überraschend am Mittwochabend nach Börsenschluss bekannt. Einige Experten wie Jefferies-Analyst Constantin Hesse hatten allerdings vor allem beim Ergebnis mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Die im SDax notierte Stammaktie des Unternehmens gab in den ersten Handelsminuten dennoch mehr als drei Prozent nach.

Aktienhändler führten dies vor allem auf die weiter fehlende Prognose zurück: Sixt begründete dies mit den „sich aktuell drastisch verschärfenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie“. Im dritten Quartal sank der Umsatz um rund 40 Prozent auf 460 Millionen Euro.

Detaillierte Zahlen am 12. November

Das Ergebnis vor Steuern ging um mehr als die Hälfte auf 66 Millionen Euro zurück – aber anders als im ersten und zweiten Quartal konnte Sixt vor Steuern wieder einen Gewinn erzielen. Detaillierte Quartalszahlen sollen wie geplant am 12. November vorgelegt werden.

Der Umsatz sei noch etwas stärker gesunken als von ihm erwartet, schrieb Jefferies-Experte Hesse in einer Studie. Positiv überrascht habe aber dagegen der Gewinn vor Steuern, der um fast zwei Drittel besser ausfiel als er es auf dem Zettel hatte. Auch andere Analysten wie der Baader-Bank-Experte Christian Obst lobten den Gewinn. Sixt habe die Kosten noch stärker drücken können als gedacht und konnte deshalb trotz der Corona-Krise einen Gewinn vor Steuern erzielen.

Weniger Geschäfts- und Privatreisen machen Autovermietern zu schaffen

Sixt kämpft wie alle anderen Autovermieter stark mit den Folgen der Corona-Pandemie und der deswegen gesunkenen Zahl an Geschäfts- und Privatreisen. Dies war vor allem im zweiten Quartal zu spüren, als der Lockdown in vielen Ländern Europas den Umsatz um zwei Drittel drückte und für tiefrote Zahlen sorgte. Davon konnte sich Sixt in den Sommermonaten erholen.

Viele Analysten sehen den bayerischen Autovermieter vor allem wegen seiner Fähigkeiten, die Kosten für die Fahrzeugflotte schnell senken zu können, deutlich besser aufgestellt als Konkurrenten wie das französische Unternehmen Europcar oder den US-amerikanischen Konzern Hertz. Letzterer musste im Mai wegen der Krise sogar Gläubigerschutz beantragen.

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