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Weltweiter Automarkt: Deutsche Hersteller legen gegen den Trend zu

| Autor: Andreas Wehner

Die weltweiten Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen waren 2019 rückläufig. Die deutschen Hersteller BMW, Daimler und Volkswagen steigerten ihren Absatz allerdings. Doch das laufende Jahr wird vor allem wegen der Marktschwäche in China erneut schwierig.

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(Bild: Hyundai)

Der weltweite Automarkt war 2019 rückläufig. Die 19 wichtigsten globalen Autohersteller haben im vergangenen Jahr mit 78,6 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen 3,9 Prozent weniger verkauft als 2018. Das geht aus einer Auswertung des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach hervor.

Während die meisten Hersteller mit sinkenden Absatzzahlen kämpften, zählten 2019 vor allem die deutschen Hersteller zu den Gewinnern. Daimler steigerte die Verkäufe gegen den Trend um 0,7 Prozent, der Volkswagenkonzern legte um 1,1 Prozent zu und bei BMW betrug das Plus zum Vorjahr sogar 1,2 Prozent. Daneben verbuchten auch Tesla (+49,7 %), Toyota und Mitsubishi einen wachsenden Absatz. Die größten Absatzverlierer waren der amerikanische Hersteller Ford und die französische PSA-Gruppe mit einem Rückgang von jeweils 10,0 Prozent. Aber auch Nissan (-8,9 %) und FCA (-8,8 %) mussten deutlich Federn lassen.

Den Hauptgrund für den Rückgang der weltweiten Verkäufe sieht Studienleiter Prof. Stefan Bratzel in der Entwicklung des chinesischen Marktes. China war zwei Jahrzehnte lang der Motor der globalen Automobilindustrie mit zum Teil jährlich zweistelligen Zuwachsraten. 2017 hatte das dortige Marktvolumen seinen vorläufigen Höchststand mit 24,7 Millionen Einheiten erreicht. Im Zuge der Handelskonflikte mit den USA und dem relativ niedrigen Wirtschaftswachstum sind die Neuzulassungen seitdem jedoch deutlich gesunken. 2019 wurden dort nur noch 21,5 Millionen Pkw neu registriert

„Westliche Automobilhersteller haben seit der Jahrtausendwende massiv vom Marktwachstum in China profitiert und hohe Marktanteile und Gewinne erzielt“, sagt Bratzel. So entfielen bei General Motors zuletzt 40,1 Prozent und bei Volkswagen 39,5 Prozent des weltweiten Absatzes auf den chinesischen Markt. BMW erzielte dort einen Absatzanteil von 29 Prozent, bei Daimler waren es 26 Prozent. „Diese hohe Marktrelevanz ist jedoch janusköpfig: Sie führt im Falle von Marktturbulenzen zu einer hohen Verwundbarkeit der Unternehmen“, so Bratzel.

Und mit dem Coronavirus tritt aktuell ein weiterer negativer Faktor auf. Bereits im Januar gingen die Neuzulassungen in China um mehr als 20 Prozent zurück. Das CAM rechnet derzeit für das Gesamtjahr 2020 mit einem Minus des dortigen Gesamtmarktes um 5 bis 10 Prozent. Somit wird auch der weltweite Pkw-Markt nach Einschätzung von Bratzel in diesem Jahr nochmals um rund 5 Prozent schrumpfen. Denn aus dem gesättigten US-Markt und dem von der CO2-Gesetzgebung geprägten europäischen Markt erwartet der Experte keine Wachstumsimpulse.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«