Wenig Perspektiven für den Kfz-Servicemechaniker

Redakteur: Johannes Büttner

Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat Kfz-Betriebe befragt, welche Zukunftsperspektiven sie dem Ausbildungsberuf Kfz-Servicemechaniker einräumen.

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Die Kfz-Betriebe räumen dem 2004 geschaffenen zweijährigen Ausbildungsberuf Kfz-Servicemechaniker kaum Zukunftschancen ein. Das hat eine Evaluation des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit dem Institut Technik und Bildung der Universität Bremen (ITB) und dem Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik der Universität Flensburg (BIAT) ergeben. Das Bundesinstitut kommt deshalb zu dem Fazit: Der Servicemechaniker sollte nicht als eigenständiger Ausbildungsberuf fortbestehen, sondern in den dreieinhalbjährigen Ausbildungsberuf Kfz-Mechatroniker integriert werden.

Einige Betriebe können sich zwar prinzipiell vorstellen, Kfz-Servicemechaniker zu beschäftigen, betonen laut Studie aber, dass nach ihrer Auffassung eine zweijährige Ausbildung im Kfz-Bereich für das „High-Tech-Produkt Auto“ nicht ausreicht. Auch ein nennenswerter Bedarf an Beschäftigten mit der Qualifikation Kfz-Servicemechaniker ließ sich nicht nachweisen. Vielmehr brauche die Branche mehr höherwertige Qualifikationen.

Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Service?

Nach Ansicht des BIBB wäre daher eine Neustrukturierung des Ausbildungsberufs Kfz-Mechatroniker sinnvoll, in den zum Beispiel eine spezielle Servicevariante als Fachrichtung, Schwerpunkt oder Einsatzgebiet in die Ausbildungsordnung integriert werden könnte. Über eine mögliche Neuausrichtung des Kfz-Mechatronikers müssen die beteiligten Bundesministerien und die Sozialpartner entscheiden.

Die bis Juli 2013 zur Erprobung angelegte zweijährige Berufsausbildung zum Kfz-Servicemechaniker war mit dem Ziel eingeführt worden, „eher praktisch begabten“ Jugendlichen ein zusätzliches Ausbildungsangebot im Kfz-Bereich zu eröffnen. Am 31. Dezember 2009 befanden sich rund 3.400 Jugendliche in dieser Ausbildung, wobei 44 Prozent der Ausbildungsplätze in außerbetrieblichen Einrichtungen angesiedelt waren. 36 Prozent der Absolventen führten ihre Ausbildung anschließend in einem drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberuf fort.

Eine Zusammenfassung der Evaluation steht im Internetangebot des BIBB zur Verfügung.

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