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Weniger Dienstreisen bringen Gewerbegeschäft unter Druck

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die Gewerbekunden haben in den letzten Jahren die Neuzulassungen nach oben getrieben. Ihre Fuhrparks wuchsen immer weiter. Doch die Erfahrungen aus der Corona-Krise könnten der Entwicklung ein jähes Ende setzen.

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Die Fuhrparks in Unternehmen könnten künftig schrumpfen: Dienstreisen verlieren an Stellenwert .
Die Fuhrparks in Unternehmen könnten künftig schrumpfen: Dienstreisen verlieren an Stellenwert .
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Viele Konzerne in Deutschland wollen auch nach der Corona-Pandemie die Zahl ihrer Dienstreisen reduzieren. Die positiven Erfahrungen mit virtuellen Gesprächen während der Krise sollten genutzt werden, um bestimmte Treffen auch in Zukunft virtuell abzuhalten, wie aus einer branchenübergreifenden „DPA“-Umfrage unter deutschen Konzernen hervorgeht.

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation zeichnet das gleiche Bild: Knapp 90 Prozent von 500 befragten deutschen Unternehmen tendieren demnach dazu, Dienstreisen zukünftig zumindest kritischer zu hinterfragen. Die Studienautoren prophezeien: Es wird selbstverständlicher werden, virtuelle Zusammenkünfte statt Dienstreisen zu organisieren.

Deutliche Reduzierung der Dienstwagenflotten möglich

Damit einhergehen könnte zumindest mittelfristig eine deutliche Reduzierung der Dienstwagenflotten der Kunden. Mit 938.315 Pkw-Neuzulassungen hatte dieses Vertriebssegment im vergangenen Jahr erstmals die 900.000-Marke durchbrochen und einen neuen Höchststand erreicht.

Ob Deutsche Post, Deutsche Telekom, Deutsche Bank, Rheinmetall, Zalando, Evonik, RWE, Bayer oder Thyssenkrupp: Von allen heißt es, man wolle die Möglichkeiten von Videokonferenzen auch weiterhin nutzen. Viele der Konzerne haben solche Tools auch vor der Pandemie bereits eingesetzt - etwa mit Blick auf den Klimaschutz, um Zeit zu sparen oder Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten zu verbinden.

„Die Pandemie hat hier als Katalysator fungiert und der virtuellen Zusammenarbeit einen weiteren Schub gegeben“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Post. Viele Unternehmen wollen künftig von Fall zu Fall entscheiden und streben eine Mischung aus persönlichen Treffen und virtuellem Austausch an.

Ein wesentlicher Faktor dürfte schließlich auch sein, wie sich die Budgets der Unternehmen entwickeln, wie groß der Spardruck wird. Selbst in der Autobranche wird bereits an Dienstreisen gespart. Auch bei Audi heißt es, man habe schon vor Corona zugunsten digitaler Treffen auf viele Reisen verzichtet. Daran habe sich nichts geändert. Ob Zeit, Geld, Stress oder das Klima – Gründe gibt es genug, dass der Trend anhalten wird.

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