Würzburger Karosserie- und Schadenstage Werkstattrechte

Die Würzburger Karosserie- und Schadenstage unterstrichen zwei Positionen des Schadenrechts: zum einen das Gutachten als rechtssichere Grundlage der Schadenabwicklung. Zum anderen kann man sich gegen Rechnungskürzungen wehren.

Rechtsanwalt Jochen Pamer, Geschäftsführer von Autorechtaktuell, erläuterte in Würzburg anhand vieler Beispiele, was Werkstätten bei der Schadenabwicklung im Haftpflichtfall falsch machen können.
Rechtsanwalt Jochen Pamer, Geschäftsführer von Autorechtaktuell, erläuterte in Würzburg anhand vieler Beispiele, was Werkstätten bei der Schadenabwicklung im Haftpflichtfall falsch machen können.
(Bild: Stefan Bausewein)

Rechtsanwalt Jochen Pamer, Geschäftsführer Autorechtaktuell und neben dem ZKF Kooperationspartner der Würzburger Karosserie- und Schadenstage (WKST), moderierte die Sachverständigen- und Rechtsthemen mit den Worten an: „Der Erfindungsreichtum der Rechnungskürzer kennt keine Grenzen.“ Ein aktuelles Beispiel lieferte die HUK-Coburg: Sie halte es angesichts der Infektionszahlen Mitte Oktober nicht mehr für erforderlich, ein Fahrzeug zu desinfizieren, zitierte Pamer aus einem Kürzungsschreiben der Coburger. Zum Zeitpunkt des Schreibens hätten die Inzidenzwerte in Coburg und in der Region des reparierenden Betriebs bei nahe 100 gelegen – mit steigender Tendenz.

Pamer hatte noch weitere Beispiele für Rechnungskürzungsschreiben von Versicherern in petto. Allen kann eines zugrunde gelegt werden: Die Versicherer wollen und müssen bei der Schadenbegleichung sparen. „Wer schon einmal weniger bezahlt hat, hat meistens das Ziel, noch weniger zu bezahlen“, führte Pamer aus. Da zumindest im Haftpflichtfall das Schadengutachten immer die Grundlage des Reparaturauftrags sein sollte, griffen die WKST das Thema rechtssichere Gutachten auf.