Werkstattsoftware: Datenverstopfung

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky, Julia Mauritz / Julia Mauritz

Wenn die elektronische Anbindung an die Serviceportale der Fahrzeughersteller nicht so funktioniert, wie sie sollte, liegt das nicht unbedingt am Partnerbetrieb. Oft hinken die Systeme der OEMs dem eigenen Leistungsversprechen spürbar hinterher.

Wenn IT-Systeme nicht so miteinander kommunizieren, wie sie sollten, wird es für Betriebe unangenehm.
Wenn IT-Systeme nicht so miteinander kommunizieren, wie sie sollten, wird es für Betriebe unangenehm.
(Bild: © Rob Byron - stock.adobe.com)

Guten Morgen Herr Mustermann, ich habe eben erkannt, dass in circa vier Wochen ihre Lichtmaschine das Zeitliche segnen wird. Ihr Autohaus ist bereits informiert.“ Ein mögliches Zukunftsszenario? Mitnichten! Schon heute bietet General Motors in ausgesuchten Modellen eine „Predictive Diagnostic“ an, auf Deutsch: eine vorhersehende Diagnose. Das Auto meldet eine Störung oder einen Defekt nicht erst, wenn dieser akut auftritt, sondern bereits zuvor. Also dann, wenn abzusehen ist, dass etwas aus dem Ruder laufen wird. Die Werkstatt kann somit frühzeitig aktiv werden, Ersatzteile bestellen beziehungsweise entsprechende Arbeiten einplanen.

Doch die reale vernetzte Automobilwelt sieht bislang ganz anders aus: Im Hier und Jetzt wären etlichen Vertragspartner schon froh, wenn seit vielen Jahren fest etablierte oder neue, vergleichsweise „simple“ EDV-Systeme einfach nur reibungslos funktionieren würden. Manchmal scheitern neue, eigentlich vielversprechende IT-Projekte gar an ganz banalen Dingen. So wie der „E-Check“ von Ford. Den hatten die Kölner bereits 2012 eingeführt. Es handelt sich dabei um eine tabletgestützte Fahrzeugprüfung mit einer Schnittstelle zu Fords Ersatzteilkatalog, mit der Serviceberater in die Lage versetzt werden sollten, den Kunden gleich den anfallenden Rechnungsbetrag zu nennen. Heute gibt es den E-Check von Ford nicht mehr.