Ausblick auf 2021

Wichtige Änderungen für die Kfz-Branche

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Umstellung der Mehrwertsteuer

Die seit 1. Juli 2020 vorübergehend reduzierte Mehrwertsteuer von 16 Prozent soll Ende des Jahres auslaufen. Ab 1. Januar 2021 gilt wieder der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, sofern sich angesichts der aktuellen Entwicklung und des bestehenden Lockdowns der Bund nicht noch anders entscheidet.

Elektromobilität und Umweltbonus

Die seit Anfang Juni 2020 geltende erhöhte Prämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride läuft nicht wie ursprünglich geplant Ende 2021 aus, sondern soll bis Ende 2025 gezahlt werden. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) informiert über die Details der Förderung. Dort können auch Anträge gestellt werden.

Abwrackprämie für schwere Nutzfahrzeuge

Die Anschaffung von Nutzfahrzeugen mit klimaschonenden Antrieben soll in den nächsten Jahren technologieoffen gefördert werden. Einen Zuschuss gibt es für einen fabrikneuen Lkw mit Elektro-, Wasserstoff- oder konventionellem Antrieb der Abgasstufe Euro VI, wenn gleichzeitig ein Lkw der Abgasstufe III, IV oder V verschrottet wird. Dazu stellt der Bund insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Förderung der Ladeinfrastruktur

2021 könnte laut ZDK das einheitliche Bezahlsystem für Ladevorgänge in Europa eingeführt werden. Um das Ziel von 50.000 zusätzlichen, öffentlich zugänglichen Ladepunkten in Deutschland bis Ende 2021 zu erreichen, wird die aktuelle Förderrichtlinie für öffentliche Ladeinfrastruktur verlängert.

Im Frühjahr 2021 soll zudem ein neuer Förderaufruf folgen. Außerdem wird es eine Ausschreibung geben, wonach 1.000 Schnellladestandorte mit Ladeleistungen ab 150 kW je Ladepunkt bis Ende 2023 errichtet werden sollen. Beide Maßnahmen sollen den flächendeckenden Bedarf berücksichtigen. Informationen dazu bietet Standort-Toolder Now GmbH.

Zusätzlich will das Bundeswirtschaftsministerium gewerblich genutzte Ladeinfrastruktur in Höhe von 350 Millionen Euro fördern. Diese Flächen müssen nicht öffentlich zugänglich sein. Es soll sich dabei um ein an die aktuelle Kfw-Förderung für private Ladeinfrastruktur angelehntes Förderprogramm handeln, welches einen Förderaufruf im Frühjahr/Sommer beinhaltet. Es sollen Zuschüsse von bis zu 60 Prozent möglich sein. Bislang ist aber noch unklar, ob nur die Anschaffungskosten oder die Gesamtkosten bezuschusst werden.

Die Möglichkeit der Förderung öffentlicher und nicht-öffentlicher Ladeinfrastruktur sollten Kfz-Betriebe in ihren Investitionsüberlegungen für das nächste Jahr berücksichtigen. Es gilt aber, das Antragsverfahren zu beachten, denn Unternehmen müssen sich zunächst um Fördergelder bewerben. Die Errichtung von Ladesäulen kann erst nach Erhalt des Zuwendungsbescheids beauftragt werden. Eine rückwirkende Förderung ist gemäß Förderrichtlinie nicht möglich.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik