Ausblick auf 2021

Wichtige Änderungen für die Kfz-Branche

Seite: 3/7

Firmen zum Thema

Andere Typklassen in der Kfz-Haftpflicht

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat für 2021 eine neue unverbindliche Typklassenstatistik veröffentlicht. Demzufolge bleibt es in der Kfz-Haftpflichtversicherung für fast drei Viertel beziehungsweise rund 30,6 Millionen Autofahrer bei der Typklasse des Vorjahres. Knapp fünf Millionen Autofahrer profitieren von besseren Typklassen, für gut sechs Millionen gelten künftig höhere Einstufungen.

Große Sprünge sind jedoch die Ausnahme. So verbessern sich etwa der Seat Arona 1.5 (Typ KJ, seit 2017) und der Skoda Karoq 2.0 TDI 4x4 (Typ NU, seit 2017) jeweils um drei Klassen, während sich das Tesla Model S (Typ 002, seit 2015) um vier und der Citroen 4 Aircross 1.6 (Typ B, seit 2012) um drei Typklassen verschlechtern.

Hersteller müssen Realverbrauch angeben

Ab 2021 müssen Autohersteller den tatsächlichen Energieverbrauch ihrer jeweiligen Fahrzeuge der EU-Kommission melden. Starke Abweichungen zwischen Herstellerangaben und tatsächlichen Verbrauch sollen so verhindert werden. Ab 2021 ist die Software, die den Kraftstoff- oder Energieverbrauch des jeweiligen Modells aufzeichnet, für alle Fahrzeuge Pflicht, die zum ersten Mal zugelassen werden. Ab 1. Januar 2021 beginnt die Übermittlung der Daten an die EU-Kommission.

Damit einhergeht für die Automobilhersteller eine Verschärfung bei der Berechnung des Flottenverbrauchs. Ab 2021 dürfen neuzugelassene Pkws im Durchschnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 ausstoßen. Das entspricht einem Verbrauch von 3,6 Liter Diesel pro 100 Kilometer oder 4,1 Liter Benzin. Überschreiten Hersteller diesen Wert, drohen Strafzahlungen.

Bis 2030 soll der Wert um weitere 37,5 Prozent reduziert werden. Im Jahr 2020 können Hersteller noch bei der Berechnung der CO2-Bilanz 5 Prozent der neu zugelassenen Pkws ausschließen. Das ist ab 2021 nicht mehr möglich.

Anstieg der Spritpreise und Erhöhung der Pendlerpauschale

Ab 2021 müssen Autofahrer auch mit einem Anstieg der Preise für Benzin und Diesel rechnen. Grund dafür ist die CO2-Bepreisung, die 2021 für den Verkehr in Kraft tritt. Zunächst ist der Preis für eine Tonne Kohlendioxid mit 25 Euro angesetzt.

Laut Schätzungen des Bundesumweltministeriums dürfte sich der Preis pro Liter Benzin um 7 bis 8 Cent pro Liter verteuern. Auch der Ölpreis wird steigen. Der CO₂-Preis wird jährlich angehoben und soll 2025 bei 55 Euro liegen.

Um den Verbraucher zu entlasten, wird im Gegenzug ab 2021 die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer bis Ende 2026 um 5 Cent auf 35 Cent pro Kilometer erhöht. Ab 2024 steigt die Pauschale nochmal um 3 Cent auf insgesamt 38 Cent pro Kilometer.

Die Pauschale soll unabhängig vom für den Arbeitsweg genutzten Verkehrsmittel beantragt werden können. Arbeitnehmer, die keine Lohn- oder Einkommenssteuer zahlen, können zudem die sogenannte Mobilitätsprämie in Höhe der potenziellen Pendlerpauschale im Zuge der Steuererklärung beim Finanzamt beantragen. Dadurch sollen vor allem Geringverdiener entlastet werden.

(ID:47045432)

Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik