Elektromobilität Wie Hyundai und der Handel mit E-Autos auf die Tube drücken

Autor: Andreas Wehner

Mit dem Kona haben die Koreaner eines der in Deutschland beliebtesten Elektroautos im Programm. Der Marktanteil von Hyundai bei elektrisch angetriebenen Pkw liegt bei 8,5 Prozent. Zu den Händlern, die dazu einen besonderen Beitrag geleistet haben, gehört die Torpedo-Gruppe aus Kaiserslautern.

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Die Torpedo-Gruppe hat in einer Leasing-Aktion mehrere hundert Hyundai Kona Elektro abgesetzt und dafür ein temporäres Auslieferungszentrum geschaffen.
Die Torpedo-Gruppe hat in einer Leasing-Aktion mehrere hundert Hyundai Kona Elektro abgesetzt und dafür ein temporäres Auslieferungszentrum geschaffen.
(Bild: Torpedo-Gruppe)

Hyundai will in der Elektromobilität zu den Vorreitern gehören. Bis 2025 plant der Autobauer, weltweit zwölf neue Elektroautos auf den Markt zu bringen, wie die Koreaner vor einigen Tagen mitteilten. Dann sollen 560.000 batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge pro Jahr an die Kunden ausgeliefert werden.

Dazu gehören auch die auf einer neuen, eigenständigen Elektroplattform entstehenden Autos der 2021 startenden Submarke Ioniq. Die will Hyundai im kommenden Jahr auch in Deutschland einführen. Zunächst startet mit dem Ioniq 5 ein mittelgroßes CUV, 2022 folgt die Sportlimousine Ioniq 6 und zwei Jahre später wollen die Koreaner mit dem Ioniq 7 ein großes SUV nachlegen.

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Damit will Hyundai seine Position auf dem deutschen Elektroautomarkt festigen – und die ist heute schon gut. Von Vorteil ist dabei, dass die Koreaner ihren Elektro-Bestseller, die Stromer-Version des SUVs Kona, seit Frühjahr dieses Jahres in ihrem Werk im tschechischen Nosovice herstellen. Dadurch hat sich die Lieferzeit des von Anfang an recht gefragten Modells deutlich verkürzt.

Die Erhöhung der Umweltprämie im Sommer tat ihr Übriges. Die Nachfrage der Kunden nach dem Kona Elektro stieg noch einmal deutlich. Per Ende November war das Auto laut KBA-Neuzulassungsstatistik unter den meistverkauften Elektroautos in Deutschland auf Platz vier – hinter dem Renault Zoe, der Elektroversion des VW Golf und nur wenige Einheiten hinter dem Tesla Model 3. Mehr als 11.000 Neuzulassungen verzeichnete das KBA für den Kona Elektro von Januar bis November. Hinzu kamen 1.800 Ioniq. Damit verzeichnete Hyundai bei batterieelektrischen Autos einen Marktanteil von 8,5 Prozent. Auf dem deutschen Pkw-Gesamtmarkt lag der Marktanteil der Koreaner im gleichen Zeitraum bei 3,5 Prozent.

Torpedo-Gruppe: Leasingaktion sorgt für Absatzerfolg

Der Elektro-Boom rief auch Händler auf den Plan. Zu ihnen gehört die Torpedo-Gruppe. Das Unternehmen aus Kaiserslautern nutzte die Aufstockung der Umweltprämie für eine Leasingaktion und setzte dadurch mehrere hundert Hyundai Kona Elektro innerhalb weniger Monate ab. „Als die Erhöhung beschlossen war, war uns klar, dass wir das nutzen wollen“, sagt Geschäftsführer Christopher Hübner.

Also habe man zusammen mit dem Leasinganbieter ALD ein Angebot für 99 Euro im Monat geschnürt. Und die Resonanz war groß. „Zur Spitzenzeit haben wir 50 Kaufverträge pro Tag geschrieben, die Mitarbeiter haben auch mal bis 22 Uhr gearbeitet“, erzählt Hübner. Ende September waren 600 Autos verkauft.

Pop-up-Auslieferungszentrum eröffnet

Und die mussten jetzt an die Kunden gebracht werden. Ein solches Volumen in so kurzer Zeit kann das Unternehmen an den bestehenden Standorten jedoch nicht ausliefern. Daher hat die Torpedo-Gruppe kurzerhand ein 6.000 Quadratmeter großes Grundstück unweit des Hauptstandortes in Kaiserslautern angemietet und dort ein Pop-up-Auslieferungszentrum geschaffen.

200 Fahrzeuge stehen vor Ort. In ein extra errichtetes Auslieferungszelt passen 20 Fahrzeuge. „Das war eine logistische Herausforderung – erst recht in Corona-Zeiten. Mit dem Zelt war es nicht getan, wir brauchten eine Heizung, Toiletten und Security“, erläutert Hübner. Inzwischen sind schon etliche Fahrzeuge dort an Kunden übergeben worden. Die Torpedo-Gruppe bot den Kunden zudem die Möglichkeit, ihr Auto am Hyundai-Standort in Dresden abzuholen und lieferte gegen Aufpreis auch deutschlandweit. „Doch die meisten kommen nach Kaiserslautern“, weiß Hübner.

Das Ziel war es von Anfang an, die Auslieferung so persönlich wie möglich zu gestalten. Daher übernimmt die Übergabe vor Ort auch der Verkäufer, der den Vertrag mit dem Kunden gemacht. Jeder Kona-Käufer erhält dazu ein persönliches Auslieferungsvideo, in dem noch einmal alles erklärt ist. „Das Feedback der Kunden ist überragend“, berichtet Hübner.

Inzwischen ist aufgrund der angepassten Restwerte und der zurückgefahrenen Unterstützung des Importeurs ein so günstiges Angebot nicht mehr möglich. Für die Zukunft rechnet Hübner jedoch mit neuen Aktionen zur Elektromobilität. Insgesamt wird die Torpedo-Gruppe in diesem Jahr auf rund 850 verkaufte Hyundai-Elektromodelle kommen – bei 2.700 Hyundai-Neuwagen insgesamt.

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Redakteur Newsdesk Automotive