Elektromobilität Wie lange Kunden bei welcher Marke auf ein E-Auto warten müssen

Quelle: sp-x

Mit der Verfügbarkeit von E-Fahrzeugen gibt es fabrikatsübergreifend immer größere Probleme: Bis zu 18 Monate müssen Kunden im Moment auf ihr Elektroauto warten. Eine Übersicht, wie es bei verschiedenen Marken aktuell aussieht.

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Die E-Autoproduktion stockt und hält nicht mit der Nachfrage mit.
Die E-Autoproduktion stockt und hält nicht mit der Nachfrage mit.
(Bild: Volkswagen)

Dank großzügiger Subventionierung und kräftig gestiegener Spritpreise sind E-Autos momentan für die Verbraucher sehr attraktiv. Entsprechend ist das Interesse weiter gestiegen, während sich zeitgleich Engpässe in den globalen Lieferketten verschärfen.

Nicht mehr nur Halbleiter sind knapp, durch den Ukraine-Krieg fehlen nun unter anderem auch Kabelbäume. Statt in Monaten werden für einige Modelle bereits Wartezeiten in Jahren angegeben. Renault hat Ende März in Deutschland sogar einen Bestellstopp für E-Autos auch von Dacia verhängt, ohne konkret zu sagen, wann dieser endet. Soll es kurzfristig ein Stromer sein, bieten sich in vielen Fällen dennoch Chancen, sofern man in Hinblick auf Marke, Modell und Ausstattung nicht wählerisch ist.

Netto-Preise für E-Autos auf Höchstniveau

Die Auswirkungen der aktuellen Verknappung hat Ferdinand Dudenhöffer in der März-Ausgabe seines Car-Reports verdeutlicht. Demnach sei der Automarkt gekennzeichnet von Angebotsknappheit und langen Lieferzeiten, vor allem bei E-Autos.

„Im Februar waren 14 Prozent der Pkw-Neuwagen in Deutschland vollelektrisch. Ohne Lieferengpässe wäre der Anteil noch höher ausgefallen“, heißt es in der Analyse, laut der Lieferzeiten für neue E-Autos auf zum Teil über ein Jahr gestiegen sind. Die Stimmung der Branche sei entsprechend auf ein 10-Jahrestief gesunken, während die Netto-Preise ein neues Höchstniveau erreicht hätten.

Ein konkretes Beispiel für sogar explodierende Preise bietet derzeit Teslas Model 3, dessen Basisversion sich Anfang April um 7.000 auf fast 50.000 Euro verteuert hat. Speziell mit diesem Preisanstieg fällt parallel die E-Auto-Förderprämie kleiner aus. Sollte sich eine Auslieferung eines neuen E-Autos bis 2023 hinziehen, kann die Förderprämie sogar noch deutlich niedriger ausfallen.

Staatliche Förderung läuft nach jetzigem Stand aus

Nach jetzigem Stand wird nämlich die Innovationsprämie – das ist die im Sommer 2020 eingeführte Verdoppelung der Umweltprämie von 3.000 auf 6.000 Euro – nur noch bis Ende 2022 gewährt. Wer also ein neues E-Auto erst nach dem 1. Januar 2023 zulassen kann, muss möglicherweise auf 3.000 Euro Förderung verzichten.

Wie genau sich die E-Auto-Prämie ab dem kommenden Jahr ausgestalten wird, bleibt vorerst offen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat Ende 2021 lediglich eine Neuausrichtung der Innovationsprämie angekündigt, ohne die Pläne jedoch zu konkretisieren. Wer sich jetzt ein E-Auto mit acht bis neun Monaten Lieferzeit bestellt und dieses erst 2023 zulassen kann, muss mit dem Risiko leben, deutlich weniger Förderung als vielleicht erhofft zu erhalten.

Angesichts der sich aktuell weiter verschärfenden Lieferzeiten-Problematik stehen Neuwagenkäufer also vor einer äußerst unbefriedigenden Entscheidungshemmnis. Dabei wurde die Innovationsprämie doch eingeführt, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele E-Autos auf die Straße zu bringen.

VDA fordert Klarheit von der Regierung

Von Seiten der Autoindustrie werden deshalb verbindliche Lösungen für Verbraucher angemahnt. Stellvertretend für die Branche fordert Joachim Damasky, Geschäftsführer beim Verband der Automobilindustrie (VDA), die Bundesregierung auf, Klarheit zu schaffen: „Wichtig ist, dass der Kunde beim Kauf eine zuverlässige Aussage über die Auszahlungen des staatlichen Anteils am Umweltbonus bekommt. Änderungen der Förderrichtlinie oder Verzug bei den Lieferzeiten dürfen nicht zum Risiko für die Käufer werden. Es handelt sich ja um grundlegende Fragen der Investitionsentscheidung. Für die Verbraucher ist die Planungssicherheit also entscheidend. Die Regierung sollte eine entsprechend verbraucherfreundliche Regelung finden.“

Auch auf die Nachfrage bei Autoherstellern nach konkreten Lieferzeiten wird auf die politische Dimension verwiesen. Opel will zum Beispiel derzeit keine genauen Angaben hinsichtlich Lieferzeiten machen. Hier heißt es: „Wir setzen alles daran, unsere Kunden bestmöglich zu beliefern. Jedoch kann es bei einigen Modellen – auch bei Plug-in-Hybriden und Elektrofahrzeugen – derzeit zu längeren Lieferzeiten kommen. Aktuell sind Lieferzeiten Informationen, die sehr großen Schwankungen unterliegen und daher nur Momentaufnahmen.“

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Opel will Planungssicherheit für Kunden

Darüber hinaus ruft die seit 2017 zum Stellantis-Konzern gehörende Traditionsmarke die Politik dazu auf, speziell in Hinblick auf die Innovationsprämie Planungssicherheit für Kunden zu schaffen. „Wir setzen uns daher seit längerem aktiv dafür ein, bei der Regelung ab sofort auf das Kaufvertragsdatum abzustellen, was bei den Kunden zur Klarheit und Sicherheit bei der Kaufentscheidung beitragen würde. Inwieweit dies von den verantwortlichen Stellen berücksichtigt und umgesetzt wird, lasst sich derzeit leider noch nicht absehen“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der Presseabteilung.

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