Wiesmann ist insolvent

Autor / Redakteur: dpa/jr / Jens Rehberg

Der Sportwagenbauer Wiesmann hat am Mittwoch beim Amtsgericht in Münster Insolvenz angemeldet. Zuletzt hat der Hersteller 160 Autos im Jahr verkauft.

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Begonnen hatte die Sportwagen-Manufaktur mit einem Vorgänger des heutigen Roadsters MF3.
Begonnen hatte die Sportwagen-Manufaktur mit einem Vorgänger des heutigen Roadsters MF3.
(Foto: Wiesmann)

Der Sportwagenbauer Wiesmann hat Insolvenz angemeldet. Nach Angaben des Amtsgerichts Münster vom Donnerstag wurde der Antrag am Vortag gestellt. Es sei ein Insolvenzverfahren beantragt worden, um das Unternehmen zukunftsorientiert aufstellen zu können, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Den Angaben zufolge hat die GmbH in den vergangenen 25 Jahren rund 1.600 Sportwagen gebaut. Derzeit arbeiten knapp 110 Mitarbeiter in der Firma. Zu den Gründen der Finanznöte wollte sich der Sprecher nicht äußern. Man sehe aber auf jeden Fall eine Zukunft für das Unternehmen und führe Gespräche mit möglichen Investoren. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Herstellers wurde Norbert Küpper bestellt.

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Den „Westfälischen Nachrichten“ sagte Geschäftsführer Rolf Haferkamp, um langfristig Gewinne einfahren zu können, müsse die Jahresproduktion von aktuell 160 auf 250 bis 300 Fahrzeuge gesteigert werden.

Im vergangenen Jahr hatte die Sportwagen-Manufaktur ihre beiden Gründer verloren. Nachdem sich Friedhelm Wiesmann als kaufmännischer Geschäftsführer zum 1. März 2012 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hatte, schied im Sommer sein Bruder Martin Wiesmann aus dem Unternehmen aus. Laut „Westfälischen Nachrichten“ befindet sich Martin Wiesmann derzeit in einem Rechtsstreit mit dem Hersteller. „Wir haben immer ein solides Wachstum angestrebt, aber plötzlich sollten international tausende Fahrzeuge verkauft werden“, sagte Wiesmann der Zeitung über die Phase nach dem Umzug in den jetzigen, aufwändig konzipierten Unternehmenssitz in Dülmen 2008.

Wiesmann fertigt seit 1988 in Dülmen individuelle Sportwagen von Hand. Deren Ausstattung orientiert sich nach eigenen Angaben an den persönlichen Wünschen der Kunden. Die Motorisierung übernimmt die Manufaktur traditionell von BMW. Der Konkurrent Artega, der seit 2006 mit einem ähnlichen Konzept arbeitete, hatte Mitte des vergangenen Jahres die Fertigung einstellen müssen.

2012 war die Wiesmann GmbH im Rahmen der Standortmarketingkampagne „Germany at its best: Nordrhein-Westfalen“ von dem Bundesland noch als „Führende deutsche Manufaktur für puristische und individuelle Sportwagen“ ausgezeichnet worden.

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