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Wieviel Mokka kriegt der Handel eingeschenkt?

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„‘Ultimate‘ gibt es jederzeit“ sagen Händler und Opel-Pressesprecher mit Blick auf die höchste Ausstattungslinie übereinstimmend. Nur ist diese Linie beim Mokka B eben mal knapp 7.000 Euro teurer als die Einstiegslinie „Edition“, die längst ausverkauft ist. Das ist die aktuelle PSA-Vertriebsstrategie. Dabei wäre gerade zum Start eine breitere Verfügbarkeit des Mokka-BEVs aus Vertriebssicht gut gewesen, denn aktuell gibt es in Sachen kleine E-SUVs mit Ausnahme des Elektro-Kona von Hyundai eigentlich noch keine direkte Konkurrenz.

Opel Mokka: Deutsch-französischer Genuss
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Untypisch komfortabel abgestimmt

Ende letzter Woche konnte sich auch »kfz-betrieb« in Rüsselsheim einen Eindruck von dem neuen Produkt verschaffen. Das ist uns aufgefallen:

  • Design: Die Schokoladenseite des neuen Mokka ist eindeutig das Heck mit den superschmalen LED-Leuchten. Von der Seite her gefallen die sehr kurzen Überhänge. An der Front wirkt das neue Hauptmerkmal des künftigen Opel-Designs – der dunkle, breite Schild mit Leuchten und Emblem – nicht mehr annährend so markant wie bei der vorausgegangenen Studie, denn der Stoßfänger ist viel zu zerklüftet. Zudem ist die Verwechslungsgefahr mit dem Crossland – der im Zuge der Modellauffrischung zwangsläufig nahezu dasselbe Gesicht hat – groß.
    Die Zweifarbenlackierung ist mittlerweile bei Opel schon nichts besonderes mehr, aber trotzdem erwähnenswert und einfach cool; das simple Individualisierungskonzept über alternative Dach- und Radfarben wird Kunden überzeugen und bläst die Konfiguration nicht auf.
    LEDs sind über alle Ausstattungen hinweg auch vorne Serie. Innen ist der Mokka B schlicht und klar – natürlich nicht zuletzt aus Kostengründen. Das angetäuschte Panoramadisplay liefert letztlich zwei herkömmliche digitale Anzeigen mit den erwartbaren Anwendungen – das Ganze aber gefällig eingefasst.
  • Qualitätsanmutung: …ist angesichts des Preises gut. Alle Innenraumelemente sind solide verbaut. Schalter, Griffe und Hebel fassen sich gut an. Mehr Torsionssteifigkeit zum Vorgänger macht sich durchaus bemerkbar, das Fehlen jeglicher Knarzgeräusche könnte tatsächlich auf das verstärkte Augenmerk der Ingenieure auf berührungsärmere Materialübergänge zurückzuführen sein. Der Filz im Kofferraum ist absolut sauber verlegt – da lugt nirgends Metall raus. Allerdings wurde erneut an der Dämmung zum Motorraum gespart. Den Dreizylinder hört man deutlich zu laut.
  • Antrieb: Die Auswahl ist mit drei Verbrennern und dem bekannten PSA-E-Motor in einer Leistungsspanne zwischen 100 und 136 PS vergleichsweise dünn. Das ist für ein eher emotional ansprechendes Modell zu wenig – CO2-Bilanz hin oder her. Der aufgeladene 130-PS-Dreizylinder-Benziner spricht hervorragend an zieht nach kurzem Anlauf genauso zügig weg wie der nominell etwas stärkere E-Motor – denn der Elektro-Mokka ist 300 Kilo schwerer.
    Grundsätzlich konnte Opel die Verbrenner aber über Leichtbaumaßnahmen 120 Kilo gegenüber dem koreanischen Mokka A abspecken. Die fehlende Allrad-Option wird Kunden kosten.
  • Fahren: Die Rüsselsheimer Ingenieure haben den neuen Mokka sehr generalistisch abgestimmt. Das Fahrwerk ist Opel-untypisch eher etwas komfortabler ausgelegt; die Lenkung ist absolut direkt und meldet detailliert zurück. Bei ambitionierter Kurvenfahrt schiebt das Auto gut kontollierbar über die Vorderräder hinaus. Gerade die Elektrovariante zieht aber mit der schweren, tiefliegenden Batterie stabil und satt durch die Kurven.

Mokka-Zahlen:
Länge: 4,15 Meter, Breite: 1,79 Meter (Breite mit Außenspiegeln: 1,98 Meter), Höhe: 1,53 Meter, Radstand: 2,56 Meter, Kofferraumvolumen: 35 – 1.105 Liter (E-Mokka: 310 – 1.060 Liter)

Benziner:
1,2-Liter-Dreiyzlinder-Turbo, 74 kW/100 PS, maximales Drehmoment: 205 Nm bei 1.750 U/min, Frontantrieb, 0-100 km/h: 10,6 s, Vmax: 188 km/h, Normverbrauch: 5,5 - 5,7 Liter/100 Kilometer (WLTP), CO2-Ausstoß: 124 – 129 g/km, Abgasnorm: Euro 6d, Effizienzklasse: A, Preis: ab 19.990 Euro

1,2-Liter-Dreiyzlinder-Turbo, 96 kW/130 PS, maximales Drehmoment: 230 Nm bei 1.750 U/min, Frontantrieb, 0-100 km/h: 9,1 (9,2) s, Vmax: 202 (200) km/h, Normverbrauch: 5,5 – 5,7 (5,9 – 6,0) Liter/100 Kilometer (WLTP), CO2-Ausstoß: 124 – 128 (133 – 137) g/km, Abgasnorm: Euro 6d, Effizienzklasse: A (B) , Preis: ab 22.815 Euro [Edition], (ab 24.765 Euro [Edition]); Werte in ( ): Achtgang-Automatik

E-Motor: 100 kW/136 PS, maximales Drehmoment: 260 Nm, 0-100 km/h: 9,0 s, Vmax: 150 km/h (abgeregelt), Durchschnittsverbrauch: 17,4 – 18,0 kWh/100 km, CO2-Ausstoß: 0 g/km, Batteriekapazität: 50 kWh, Reichweite 313 - 324 km (WLTP), Laden: Wallbox (11 kW) ca. 5 h, Preis: ab 34.110 Euro [Edition]

1,5-Liter-Diesel, 81 kW/110 PS, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1.750 U/min, Frontantrieb, 0-100 km/h: 10,8 s, Vmax: 190 km/h, Normverbrauch: 4,4 – 4,5 Liter/100 Kilometer (WLTP), CO2-Ausstoß: 114 – 118 g/km, Abgasnorm: Euro 6d, Effizienzklasse: A, Preis: ab 23.595 Euro [Edition]

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Über den Autor

 Jens Rehberg

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