EU-Experte der SPD „Wir brauchen einen Energiemix“

Autor / Redakteur: Nick Luhmann / Doris Pfaff

Vor der Bundestagswahl führt der ZDK Interviews mit Bundestagskandidaten verschiedener Parteien und befragt sie zur künftigen Verkehrspolitik. Diesmal steht der Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer von der SPD Rede und Antwort. Ab 2035 nur noch Neufahrzeuge ohne CO2-Emissionen zuzulassen, hält er für richtig.

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Axel Schäfer (SPD) plädiert für ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen aus Sicherheitsgründen. Zudem verweist er auf die EU-Nachbarländer, wo ohnehin mehrheitlich längst ein solches Limit gilt.
Axel Schäfer (SPD) plädiert für ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen aus Sicherheitsgründen. Zudem verweist er auf die EU-Nachbarländer, wo ohnehin mehrheitlich längst ein solches Limit gilt.
(Bild: Susie Knoll)

Für den von der Europäischen Kommission benannten Ausstiegstermin 2035 für Verbrenner, Energiemix statt nur Elektromobilität, pro Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen, eine Wunschkoalition mit den Grünen und ein Hybrid als nächstes Privatauto: Axel Schäfer, MdB, Mitglied im Bundestagsausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union, positioniert sich im Video-Interview mit Christoph Konrad und Alex Jan Erdmann vom ZDK-Hauptstadtbüro zu den wichtigen Fragen des Kraftfahrzeuggewerbes.

Den Vorschlag der EU-Kommission, ab 2035 nur noch Neufahrzeuge mit null CO2-Emissionen zuzulassen, was einem Zulassungsverbot für Verbrenner gleichkäme, hält Axel Schäfer für richtig. „Wir haben uns auf einen Weg begeben, und den müssen wir auch gehen.“ Für falsch hält er es jedoch, solch eine Regelung in der nächsten Legislaturperiode quasi vorzuziehen.

Zum Erreichen der Klimaziele setzt Schäfer auf einen Energiemix aus E-Mobilität, Wasserstoff und anderen Möglichkeiten. Dabei müsse man immer schauen, „wie die Klimabilanz aussieht. Und das ist mit E-Mobilität allein nicht zu bewerkstelligen.“

Beim Stichwort Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen sagt er ganz offen, schon immer dafür zu sein. „Wir sind europäisch eingebettet, wir sind das einzige Land oder gehören zu der ganz kleinen Minderheit, wo das noch nicht realisiert ist.“ Außerdem gebe es viele Studien, etwa zur Verkehrssicherheit, aber auch bezogen auf Belastungen der Fahrer und Fahrerinnen im Fernverkehr, die für ein Tempolimit sprechen würden.

Als Beispiel nennt er eine Untersuchung, bezogen auf die Strecke Köln-München. Wer sich dabei an die 130-km/h-Grenze gehalten habe, bei dem sei die körperliche Belastung, etwa gemessen an der Herzfrequenz, viel geringer gewesen als bei denjenigen, die die Möglichkeiten höherer Geschwindigkeiten ausgenutzt hätten.

Das Vorbild einer möglichen Wunschkonstellation nach der Bundestagswahl ist für Axel Schäfer die rot-grüne Koalition, die es in Bochum, wo er seinen Wahlkreis hat, seit 22 Jahren gibt. Bei einer Drei-Parteien-Koalition mit der SPD „bin ich dafür, dass wir in die Regierung gehen, wenn wir den Kanzler stellen“. Wenn das nicht der Fall sei, „müssen wir in die Opposition“.

Bei den privaten Pkw setzen Axel Schäfer und seine Frau bisher auf Benziner. Für den nächsten Kauf würden sie dann in Richtung Hybrid gehen, so der Bundestagsabgeordnete.

Das Interview mit Axel Schäfer, MdB, ist Teil einer Reihe von Befragungen des ZDK. Neben der SPD kommen Politikerinnen und Politiker von FDP, CDU/CSU sowie Bündnis 90/Die Grünen zu Wort. Das Video-Interview ist auf Youtube abrufbar:

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