Audi-Vertriebschefin Wortmann „Wir können nicht von heute auf morgen sagen, wir machen jetzt nur noch alles online“

Autor: Christoph Seyerlein

Audi bereitet eine große Online-Plattform für Lager- und Gebrauchtwagen von Händlern vor. Den klassischen stationären Handel will Vertriebschefin Hildegard Wortmann deshalb aber noch längst nicht abschreiben.

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„Der Handel ist die wichtigste Schnittstelle zu den Kunden und Kundinnen“, sagt Audi-Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann.
„Der Handel ist die wichtigste Schnittstelle zu den Kunden und Kundinnen“, sagt Audi-Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann.
(Bild: Audi)

Audi will den Online-Vertrieb schnell vorantreiben. Erst kürzlich kündigte (Noch-)Deutschlandchef Christian Bauer im Gespräch mit »kfz-betrieb« für den Sommer eine Online-Plattform für Händler-Lager- und Gebrauchtwagen mit bis zu 6.000 Fahrzeugen an. Und auch Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann gilt als digitale Treiberin.

In einem Interview mit dem Magazin „Ramp“ gab die 54-Jährige aber auch zu erkennen, dass man dabei nicht überziehen wolle. „Wir können und wollen nicht von heute auf morgen sagen, wir machen jetzt alles nur noch online. Das wäre auch falsch“, merkte Wortmann an.

Jene Worte adressierte die Managerin vor allem an den Audi-Handel. Dieser hat sich beim Digitalvertrieb offenbar erst einmal skeptisch gezeigt. „Als ich hier bei Audi startete musste ich zunächst einmal Überzeugungsarbeit leisten. Und ich glaube, dass ich die Händler und Händlerinnen schon dahingehend überzeugt habe, dass wir ein paar Dinge ändern und neu ausrichten müssen“, erklärte Wortmann.

„Wichtigste Schnittstelle zu den Kunden und Kundinnen“

Nun habe man ein gemeinsames Zielbild und „unsere Handelspartner und Handelspartnerinnen ziehen da sehr gut mit“. Ihr sei es von Anfang an wichtig gewesen, den Handel beim Thema E-Commerce abzuholen und mitzunehmen, so Wortmann. Denn die Händler seien „das Rückgrat der Automobilindustrie“. Sie blieben weiter „die wichtigste Schnittstelle zu den Kunden und Kundinnen, auch wenn unser Vertrieb digitaler wird“, versprach die Vertriebsvorständin.

Einen ersten Pilotversuch zum Online-Vertrieb von Händler-Lagerwagen hatte Audi im vergangenen Jahr mit der Krefelder Autohausgruppe Tölke & Fischer gestartet. Nun will der Hersteller das Projekt breiter ausrollen. Das Feedback aus dem Handel dazu sei positiv, erklärte Christian Bauer.

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