CDU/CSU-Umweltexpertin „Wir sollten offen für alle Antriebe sein“

Autor / Redakteur: Nick Luhmann / Doris Pfaff

Vor der Wahl Ende September hat der ZDK Bundestagskandidaten verschiedener Parteien zur künftigen Verkehrspolitik interviewt. CDU/CSU-Umweltexpertin Marie-Luise Dött sprach sich für Technologieoffenheit aus. Klar ist auch ihre Position zum Tempolimits auf der Autobahn.

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Die Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Dött (CDU/CSU) spricht sich im ZDK-Interview dagegen aus, allein auf E-Mobilität zu setzen.
Die Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Dött (CDU/CSU) spricht sich im ZDK-Interview dagegen aus, allein auf E-Mobilität zu setzen.
(Bild: Inga Haar)

Für innovativen Klimaschutz und Technologieoffenheit, gegen ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen, ein Wunschkoalition mit der FDP, den Plug-in-Hybrid als bevorzugte Antriebsart für private Pkws: Bundestagskandidatin Marie-Luise Dött, umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, antwortet im ZDK-Video-Interview auf wichtige Fragen des Kraftfahrzeuggewerbes. Diese stellten ihr Christoph Konrad und Alex Jan Erdmann vom ZDK-Hauptstadtbüro.

Bei den Antriebstechnologien im Fahrzeug ist nach Ansicht von Marie-Luise Dött der CO2-Ausstoß entscheidend: „Solange wir Kohle- und Atomstrom aus dem Ausland importieren, kann die Klimabilanz eines Verbrennungsmotors, der Biokraftstoffe oder synthetische Kraftstoffe tankt, genauso gut sein wie bei einem Elektroauto.“

Auch deshalb sollte die Elektromobilität nicht die alleinige klimaneutrale Mobilitätsform sein. „Wir sollten uns alle Wege, alle Technologien offenhalten“, so Dött. Im urbanen Bereich werde die E-Mobilität ganz unstrittig eine große Rolle spielen. Die Union setze jedoch ebenso auf Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe und die Beimischung von nachhaltigen Biokraftstoffen.

Ausdruck dessen sei die auf den Weg gebrachte RED-II-Richtlinie für erneuerbare Energien. Außerdem dürfe die Debatte nicht nur auf den Pkw-Bereich verengt werden. „Im Schwerlastverkehr zum Beispiel ergibt der Einsatz von Batterien überhaupt keinen Sinn. Daher müssen wir gleichzeitig auch alternative Kraftstoffe fördern“, betont die Christdemokratin.

Eine „Uralt-Frage“ ist für die Politikerin die Forderung nach einem Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen, und ihre Antwort ist unmissverständlich: „Ich befürworte das Tempolimit nicht.“ Es gebe nur ganz wenige Strecken in Deutschland, auf denen tagsüber schneller als 130 km/h gefahren werden könne, sodass ein Tempolimit ihrer Ansicht nach sehr wenige Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß hätte, so Dött.

Auf die Frage nach einer Wunschkonstellation in einer zukünftigen Bundesregierung stellt sie klar: Für sie ist entscheidend, „dass die Union die stärkste Kraft im Bundestag wird“. Im Prinzip könne die Union mit allen demokratischen Parteien einen Konsens finden. Für sie persönlich sei eine Koalition mit der FDP gut vorstellbar.

Bei der individuellen Mobilität bevorzugt Dött zurzeit das Fahrrad, weil sie zentral in der Stadt wohnt, damit sehr viel erledigen kann und das Radfahren als willkommenen Ausgleich zum Arbeitsalltag ansieht. Sollte demnächst wieder ein privater Autokauf anstehen, würde sie auf einen Plug-in-Hybrid setzen – für maximale Mobilität auf kurzen und langen Strecken.

Das Video-Interview ist auf Youtube abrufbar:

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