„Wir verbinden das Smartphone mit dem Smart-Car“

Smart-Chefin Annette Winkler im Interview

| Autor: Stefan Grundhoff

Annette Winkler
Annette Winkler (Bild: Daimler AG)

Redaktion: Mit dem Smart Electric Drive Cabrio haben Sie das ganze E-Produktportfolio ausgerollt. Was kommt jetzt?

Annette Winkler: Wir bringen seit Juni die elektrischen Smart in die Märkte und werden die nächsten Jahre dazu beitragen, den steigenden Bedarf an elektrischen Autos abzudecken. Smart ist mit diesem Portfolio genau die Marke, die sie immer sein sollte, nämlich die, die die besten Autos für die Stadt anbietet. Deswegen sind wir mit unserem komplett vollelektrischen Portfolio sehr gut aufgestellt.

Und außer den Autos?

Unsere Mission war nie, nur Autos und schon gar nicht irgendein „me-too“-Fahrzeug zu bauen. Die Mission von Smart war immer, ein Mobilitätsanbieter zu sein. Das bedeutet, ganzheitliche Mobilitätskonzepte zu entwickeln und diese – gerade mit den neuen Möglichkeiten der Verbindung des Smartphones mit dem Smart-Car – immer weiter zu perfektionieren. Vielleicht sogar mehr als das. Letztendlich müssen wir zum umfassenden Anbieter von mehr Lebensqualität in den Städten werden.

Das heißt?

Diese Lebensqualität würde ich in drei Bereiche unterteilen. Zum einen muss es viel Spaß machen, mit einem Smart in der Stadt zu fahren. Dann tragen wir mit dem Smart ED dazu bei, dass es weniger Luft- und Geräuschbelastung gibt. Das Dritte sind Angebote wie privates Carsharing oder die Möglichkeit, den Smart als Packstation zu nutzen. Das bedeutet, unseren Kunden Zeit zu schenken. Ich glaube, es gibt nichts, was sich die Menschen mehr wünschen als Zeit. Darauf war Smart mit seiner einzigartigen Konzeption von Anfang an ausgerichtet. Wann immer ich den Menschen Stress nehmen kann, werde ich die Chancen für meine Marke erhöhen.

Das sind ambitionierte Ziele. Wie wollen Sie das umsetzen?

Das geht damit los, dass ich mit einem Smart immer in Rekordzeit einen Parkplatz finde. Oder ich habe keinen Stress, zur Post zu hetzen, weil mir nachts das Paket in den Kofferraum zugestellt wird. Ich kann meinen Smart mit Freunden teilen, oder er wird abgeholt, gewaschen, vollgetankt und wieder zurückgebracht. Daran arbeiten wir mit viel Energie und darin sehen wir die Zukunft der Marke.

Wäre dann Smart nicht als reine E-Marke am besten aufgestellt?

Smart wird auf absehbare Zeit sowohl Fahrzeuge mit Elektroantrieb als auch Verbrennungsmotor im Portfolio haben. Aber klar, als Stadtauto liegt es auf der Hand, dass Smart irgendwann eine rein elektrische Marke sein wird. Die Auftragsbücher für die Smart-ED-Modelle sind auch prall voll. Aber momentan bin ich glücklich, dass wir beide Motorvarianten im Angebot haben. Wir können abwarten, bis der richtige Moment zur Umstellung auf eine reine E-Marke gekommen ist.

Wann wird der sein?

Das weiß ich nicht. Denn hier sind wir ja auch ganz stark von Entwicklungen abhängig, die wir nicht alleine voranbringen können, etwa dem Ausbau einer elektrischen Ladeinfrastruktur in großen Städten. Deswegen bin ich froh, dass wir in der Produktion so flexibel sind und mehrere Antriebskonzepte anbieten können.

Wäre es dann nicht konsequent, Smart zur Fortwo-Marke zu machen?

Darauf ein ganz überzeugtes „Nein“! Wir haben sehr stabile Verkäufe beim Forfour. Das Auto ist genau das richtige Angebot für viele Smart-Fans, die etwas mehr Platz brauchen und uns sehr begeistert zurückmelden, wie sehr sie ihren Smart lieben. Genau dazu passend ist auch das Interesse am elektrischen Forfour riesengroß.

Kleine SUVs liegen voll im Trend. Wann wird es bei Smart einen Mini-Crossover geben?

Bei uns stehen die Mobilitätsdienste momentan ganz oben auf der Agenda, keine weiteren Derivate. Wir investieren das Geld lieber in die Verbindung von Smart-Car und Smartphone, um unseren Kunden das Leben in der Stadt zu erleichtern.

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