Schrauberblog „Wir wollen zur „Werkstatt in der Hosentasche“ werden“

Autor: Christoph Seyerlein

Christian Cloppenburg und Marco ten Hagen sind Kfzler durch und durch. Inzwischen sind sie mit ihrer Marke Schrauberblog aber auch Influencer, Personalvermittler, Schnaps-Verkäufer und noch einiges mehr. Im Interview haben wir mit ihnen über ihren Weg, ihre weiteren Ziele, aber auch Zukunftsängste gesprochen.

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Christian Cloppenburg (li.) und Marco ten Hagen (re.) sind die Köpfe hinter der Marke Schrauberblog.
Christian Cloppenburg (li.) und Marco ten Hagen (re.) sind die Köpfe hinter der Marke Schrauberblog.
(Bild: Schrauberblog)

Vor knapp vier Jahren bei Facebook gestartet, hat sich Schrauberblog inzwischen zu einer der größten deutschsprachigen Kfz-Communities entwickelt. Hinter der Marke stehen mit Christian Cloppenburg und Marco ten Hagen zwei junge, passionierte Schrauber mit Geschäftssinn. Wir haben sie – in diesen Zeiten natürlich digital – zum Interview getroffen.

Redaktion: Christian und Marco, im März 2017 seid ihr bei Facebook gestartet, mittlerweile gibt’s euch auch bei Instagram, Youtube, TikTok, Snapchat und mit eigener App. Wie viele Follower habt ihr inzwischen aufgebaut?

Christian Cloppenburg: Mittlerweile haben wir gestreut über alle Kanäle verteilt etwa 295.000 Follower bei Facebook, Instagram, TikTok, Youtube sowie 3 Facebookgruppen und unsere App. Damit erreichen wir jeden Monat knapp 15 Millionen Menschen unserer Zielgruppe im Alter von 14 bis 40 Jahren.

Welcher Kanal ist der wichtigste?

Marco ten Hagen: Den meisten Content veröffentlichen wir bei Instagram. Unser wichtigster Kanal ist aber unsere eigene App. Sie ist seit Ende 2019 live und mittlerweile auch im Google Playstore zu finden. Bald kommt sie auch für iOs-Geräte.

Mit der App wollt ihr Kfzler untereinander vernetzen. Wie gut kommt das an, wie viele sind schon dabei?

Christian Cloppenburg: Unsere App kommt klasse an. Vor allem, weil unsere Fans und Follower dort direkt auf uns zu gehen können, wenn sie sich weitere Funktionen wünschen. Mittlerweile haben wir knapp 18.000 verifiziere Nutzer. Wir legen besonderen Wert auf Vielseitigkeit. Auch interessierte Schrauber können sich anmelden, egal ob sie beruflich oder hobbymäßig an Fahrzeugen arbeiten. Auch Fachrichtungen wollen wir mischen, daher kommen unsere User aus der PKW-, LKW-, Nutzfahrzeug-, Landmaschinen-, Baumaschinen oder Zweirad-Branche. Denn nur so können wir erfolgreich Fahrzeug-Probleme lösen, den ein oder anderen Interessierten zu einer Ausbildung in der KFZ-Branche motivieren und Fachleute Weiterbildungen oder sogar Stellen mit mehr Perspektive zeigen.

Marco ten Hagen: Gerade die Kooperationen mit Firmen wollen wir dabei noch ausbauen. In der App erreichen wir jeden. Bei Social Media haben wir bislang zwar noch deutlich mehr Follower, aber dort sind dafür die Streuverluste deutlich größer.

„Unser zentrales Projekt ist die App“

Unternehmen aus der Branche bietet ihr vor allem Unterstützung beim Recruiting junger Kfzler an. Wer sind eure wichtigsten Kunden?

Christian Cloppenburg: Unser wichtigster Kunde war und ist MAN Deutschland. Für sie haben wir bereits eine Lehrlings- und eine Fachkräfte-Kampagne gestartet. Diese wurde von unseren Fans super angenommen. So gut, dass MAN eine weitere Kampagne bei uns gebucht hat. Gerade als wir mit dieser starten wollten, kam dann aber leider die Corona-Krise dazwischen und es wurde nichts daraus. Generell lässt sich aber sagen: Vor allem für große Autohausketten im DACH-Raum bietet sich unsere massive Reichweite an, um mit potenziellen Mitarbeitern in Kontakt zu kommen. Wir nennen das Influencer-Recruiting.

Was könnt ihr diesen Kunden bieten, das es bei klassischen Stellenmärkten nicht gibt?

Marco ten Hagen: Wir bieten die gezielte Ansprache der Zielgruppe, ohne dabei werblich zu wirken. Darüber hinaus helfen wir bei der Erstellung moderner Stellenanzeigen in gemeinsamer Absprache speziell für Social-Media. Die Zielgruppe muss quasi nicht nach der Stelle suchen, sondern bekommt sie von uns serviert.

Unser Ziel ist es nicht, eine anonyme Problemlöser-App zu sein: Wir wollen unser eigenes soziales Netzwerk aufbauen.

Marco ten Hagen

Was sind eure nächsten Projekte, die ihr mit Schrauberblog angehen wollt?

Marco ten Hagen: Unser zentrales Projekt ist die App. Die wollen wir weiter ausarbeiten. Wir wollen Jugendlichen zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, sich weiterzubilden. Auch das Angebot an Stellenausschreibungen wollen wir erweitern. Wir sind zuversichtlich, dass immer mehr Firmen entsprechende Banner buchen werden. Was die inhaltliche Ausrichtung betrifft: Unser Ziel ist es nicht, eine anonyme Problemlöser-App zu sein: Wir wollen unser eigenes soziales Netzwerk aufbauen. Wir nennen das „Werkstatt in der Hosentasche“.

Christian Cloppenburg: Außerdem bauen wir gerade auch unsere Website um. Sie wird künftig unser großer Shop. Sticker, Schnaps, Merchandise – alles von uns wird es da geben. Aktuell läuft das noch über drei verschiedene Seiten, das ist nicht optimal. Jetzt zentralisieren wir das.

Welche Ziele habt ihr persönlich? Ihr seid beide noch voll berufstätig. Wollt ihr euch bald mit Schrauberblog komplett selbständig machen?

Christian Cloppenburg: Das langfristige Ziel ist es, den Schrauberblog weiter auszubauen und noch mehr Einfluss in der Branche zu bekommen. Ich persönlich möchte aber auch noch mehr Erfahrung in meiner jetzigen Position als Produktmanager für Hochvoltsteckverbinder für Elektrofahrzeuge sammeln.

Marco ten Hagen: Ich hoffe sehr, dass es bald zur kompletten Selbstständigkeit mit Schrauberblog reicht.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«