Deutschland bei E-Mobilität nur Durchschnitt

Studie: Niederlande holen kräftig auf

| Autor: Andreas Wehner

(Foto: VBM-Archiv)

Die Entwicklung der E-Mobilität kommt bislang nur in wenigen Ländern voran. Einer Untersuchung des Center of Automotive Management (CAM) zufolge lag der weltweite Marktanteil von Elektroautos im vergangenen Jahr bei 0,7 Prozent. In Westeuropa (EU 15 + Efta-Staaten) ist der Anteil mit durchschnittlich 1,4 Prozent etwa doppelt so hoch.

Das liegt vor allem an der starken Förderung der Elektromobilität in Ländern wie Norwegen und den Niederlanden. Norwegen liegt mit einem E-Auto-Marktanteil von 22,8 Prozent mit weitem Abstand vorn. Dank umfangreicher Anreizstrukturen hat sich in den Niederlanden die Zahl der zugelassenen E-Autos im vergangenen Jahr auf 43.000 verdreifacht. Das entspricht einem Marktanteil von 9,9 Prozent. Damit schob sich das kleine Land auf den zweiten Platz. Auch in Schweden (2,5 %), Dänemark (2,2 %) und in der Schweiz (1,9 %) erreichen die E-Autos überdurchschnittliche Anteile.

Norwegen liegt im Länderranking nach E-Auto-Marktanteilen mit weitem Abstand vorn (zum Vergrößern bitte klicken).
Norwegen liegt im Länderranking nach E-Auto-Marktanteilen mit weitem Abstand vorn (zum Vergrößern bitte klicken). (Quelle: CAM)

Deutschland schafft mit 0,7 Prozent den Durchschnittswert. Genauso die USA – dort ist der E-Auto-Marktanteil laut CAM im vergangenen Jahr jedoch von 0,73 auf 0,66 Prozent gesunken. Dennoch sind die USA mit 115.000 Neuzulassungen der zweitgrößte Markt für Elektro-Pkw. Nur in China wurden im vergangenen Jahr mit 207.000 Einheiten noch mehr elektrisch angetriebene Autos neu registriert.

„Für ein nachhaltiges Wachstum der Elektromobilität braucht es vor allem eine Kombination von Innovationen im Bereich Elektromobilität der Automobilindustrie sowie ein Gesamtkonzept von ordnungspolitischen Rahmenbedingungen und finanziellen Anreizstrukturen“, sagt Studienleiter Prof. Stefan Bratzel. „Die viel diskutierten Kaufprämien in Deutschland greifen deutlich zu kurz.“

Er fordert die Hersteller auf, die Wettbewerbsfähigkeit von Elektroautos durch eine höhere Reichweite und geringere Kosten zu verbessern. Zudem sei eine besser ausgebaute Ladeinfrastruktur vonnöten. Darüber hinaus sei es nötig, die Fahrzeuge mit Strom aus regenerativen Quellen zu betreiben, um einen ökologischen Mehrwert zu schaffen.

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