Kfz-Gewerbe verbucht überraschend viele Insolvenzen

Destatis legt April-Zahlen vor

| Autor: Andreas Grimm

Im April konnten im Kfz-Gewerbe 61 Betriebe den Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen.
Im April konnten im Kfz-Gewerbe 61 Betriebe den Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. (Foto: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Die Zahl der Insolvenzen im deutschen Kfz-Gewerbe hat im April stark zugelegt. Laut den am Donnerstag (12. Juli) vorgelegten Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) wurden 61 Verfahren eröffnet. Das waren knapp doppelt so viele wie im April 2017 (+48,8 %). Im ersten Quartal des Jahres war die Insolvenzentwicklung im Kfz-Gewerbe leicht rückläufig gewesen (-4,2 %), allerdings zeigt die Statistik immer wieder derartige spontane Sprünge in der Entwicklung.

Auch in der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung ist die Zahl der Pleiten im April deutlich gestiegen (+9,9 %), während sie in der Gesamtentwicklung des Jahres doch rückläufig ist (-2,6 %). Für die Beschäftigten in der Kfz-Branche bedeutete die April-Entwicklung in 155 Fällen eine Gefährdung ihres Arbeitsplatzes, die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger summierten sich auf 41,3 Millionen Euro.

Der Anstieg der Insolvenzen zog sich zuletzt durch alle Wirtschaftsbereiche des Kfz-Gewerbes. Im Kfz-Handel kletterte die Zahl der betroffenen Betriebe von 15 auf 22 (+46,7 %). Auch im Teilehandel machte sich der laufende Strukturwandel wieder verstärkt bemerkbar: 10 Betriebe standen vor dem Aus, im Vorjahresmonat waren es nur 6 gewesen.

Schwieriger wurde auch die Situation der Servicebetriebe. In diesem Segment mussten 26 Unternehmen Zahlungsunfähigkeit anmelden, 6 mehr als im April 2017 (+30 %). Betroffen waren davon neben den 18 klassischen Reparaturbetrieben (Pkw + Nfz) auch 6 Lackierereien und 2 Autowaschanlagen.

Ein weiterer Ausreißer nach oben war im April die Motorradbranche. Für diesen Bereich verzeichnete das Destatis 3 Pleiten. Im Vorjahresmonat war es kein einziger gewesen.

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