VW schaukelt neuen Auslieferungsrekord nach Hause

Starkes Minus im Dezember

| Autor: Christoph Seyerlein

VW konnte 2018 mehreren Problemen trotzen.
VW konnte 2018 mehreren Problemen trotzen. (Bild: Lars Landmann)

Ein schwacher Dezember hätte VW Pkw beinahe den nächsten Auslieferungsrekord gekostet. Im letzten Monat des zurückliegenden Jahres lag der Absatz der Marke bei 540.600 Fahrzeugen und damit neun Prozent unter dem Wert aus dem Dezember 2017. Im Gesamtjahr 2018 reichte es für die Wolfsburger mit 6.244.900 Auslieferungen weltweit dennoch knapp, das bisherige Rekordergebnis von 2017 zu übertreffen (+0,2 %).

Das ist durchaus erstaunlich, hatte VW 2018 doch mit mehreren Problemen zu kämpfen. Die Dieselkrise ist gerade in Deutschland immer noch nicht ausgestanden, im zweiten Halbjahr erlebte der Hersteller dann ein regelrechtes Debakel bei der Umstellung auf den neuen Abgasprüfzyklus WLTP. Monatelang hatten Händler in Europa kaum Neuwagen verfügbar. Und auch Zollstreitigkeiten belasteten VW, gerade im wichtigsten Einzelmarkt China litt das Fabrikat darunter.

Entsprechend erfreut zeigte sich COO Ralf Brandstätter am Donnerstag, dennoch einen neuen Bestwert vermelden zu können. „Unsere Strategie hat sich ausgezahlt. Der neue Auslieferungsrekord ist hart erarbeitet.“ Zugleich stimmte er auf ein erneut herausforderndes Jahr 2019 ein. „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Neben Volumenwachstum werden wir unseren Fokus künftig noch stärker als bisher auf Ertragsstärke legen. Es geht darum, die Marke Volkswagen nachhaltig profitabel zu machen“, sagte Brandstätter.

Weitere Wachstumsschübe erhofft sich Volkswagen vor allem von der eigenen SUV-Offensive. Schon 2018 haben die Hochbeiner entscheidend dazu beigetragen, dass die Marke beim Absatz zulegen konnte. Hatte der Anteil jener Autos an den VW-Auslieferungen 2017 noch bei 13,9 Prozent gelegen, waren es im vergangenen Jahr bereits 19,2 Prozent. Und die Tendenz soll weiter steigen: Bis 2025 will der Hersteller weltweit 30 SUV-Modelle im Angebot haben. Für kommendes Jahr ist beispielsweise mit dem VW T-Cross ein neues kleines SUV angekündigt.

Daneben setzt VW auch große Hoffnungen in die Elektromobilität. Im vergangenen Jahr konnte die Marke rund 50.000 elektrifizierte Modelle absetzen, 13 Prozent mehr als 2017. Große Sprünge dürfte VW aber wenn überhaupt erst ab 2020 machen, wenn das erste Auto der künftigen Elektro-Familie ID auf den Markt kommen soll.

Von den einzelnen Märkten trugen vor allem Europa (+3,6 %), die USA (+4,2 %) und Südamerika (+13,1 %) VW zum neuen Rekord. Gemeinsam konnten sie die Schwächeperiode in China (-2,1 %) kompensieren. Im Heimatmarkt Deutschland lieferte VW Pkw 2018 insgesamt 541.200 Neuwagen aus und damit 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

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