Michelin erzielt Umsatzwachstum

Stagnierender Gewinn

| Autor: dpa

Michelin will im laufenden Jahr zurück in die Gewinnspur.
Michelin will im laufenden Jahr zurück in die Gewinnspur. (Foto: Michelin)

Der französische Reifenhersteller Michelin hat sich im abgelaufenen Jahr von den Problemen der Autoindustrie nicht klein kriegen lassen. Der Umsatz sei 2018 um Wechselkursveränderungen bereinigt um 4,1 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Der Gewinn blieb unter dem Strich mit 1,7 Milliarden Euro nahezu konstant.

Das 2018 nahezu stagnierte operative Ergebnis vor Sondereffekten soll im laufenden Jahr wieder steigen, wie der scheidende Konzernchef Jean-Dominique Senard sagte. Dank voraussichtlich guter Geschäfte mit Spezial- und Ersatzreifen rechnet der Continental-Rivale 2019 mit einem steigenden operativen Ergebnis vor Sondereffekten.

Senards Optimismus ließ Anleger am Dienstag frohlocken, die Aktie kletterte in Paris um mehr als 10 Prozent. Das war der stärkste Anstieg seit fast zehn Jahren, womit der Konzern auch den europäischen Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts nach oben zog.

Andere Autozulieferer in Europa konnten ebenfalls deutlich zulegen, Conti-Aktien lagen gut 3 Prozent im Plus. In der Branche war die Stimmung zuletzt schlecht, Autohersteller und Zulieferer hatten in den vergangenen Monaten reihenweise mit Gewinnwarnungen auf schwächere Aussichten vorbereitet. Zudem machte sich unter Anlegern nun auch wieder vermehrt Hoffnung breit, dass es im Handelsstreit zwischen den USA und China vorwärts geht und wieder Gespräche gesucht werden.

Erstausstattung bringt voraussichtlich Rückgänge

Bei der Erstausstattung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen dürfte das neue Jahr eher einen Rückgang mit sich bringen, hieß es von Michelin. Bei Ersatzreifen rechnen die Franzosen mit einem moderaten Anstieg. Die Märkte für Lkw-Reifen dürften insgesamt stabil bleiben, bei Spezialreifen für Bergbau, Flugzeuge und Zweirädern bleibe der Schwung wohl erhalten.

Währungen dürften dieses Jahr nach derzeitigem Stand einen leichten Rückenwind für das operative Ergebnis liefern, wohingegen höhere Rohmaterialpreise gegenüber dem Vorjahr aber 100 Millionen Euro kosten sollten. Senard wechselt zum französischen Autobauer Renault, da der bisherige Unternehmens-Boss Carlos Ghosn seit Monaten in japanischer Untersuchungshaft sitzt. Ihm werden Verstöße gegen Börsenauflagen vorgeworfen.

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