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WLTP: 76 Prozent der Vertragshändler fürchten weitere Umsatzeinbußen

| Autor: Jakob Schreiner

Viele Markenhändler befürchten bis zum Jahresende weitere Umsatzeinbußen aufgrund der durch den WLTP-Zyklus verursachten Modellengpässe. Das geht aus der aktuellen Befragung des Branchenindex (BIX) hervor.

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Die neuen Abgas-Messverfahren sorgen für Modellengpässe.
Die neuen Abgas-Messverfahren sorgen für Modellengpässe.
(Bild: Daimler)

Über drei Viertel der Markenhändler gehen davon aus, dass sie bis zum Jahresende wegen der WLTP-Umstellung weitere Einbußen im Neuwagengeschäft hinnehmen müssen. Seit Jahresbeginn hat allerdings erst knapp die Hälfte (45 Prozent) tatsächliche Auswirkungen zu spüren bekommen, wie aus der aktuellen Befragung des Branchenindex (BIX) der Redaktion »kfz-betrieb« und der Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe hervorgeht.

Fast ein Drittel der von der Umstellung betroffenen Händler schätzt dabei, dass ihre Neuwagenverkäufe seit Januar um bis zu 30 Prozent rückläufig waren, jeder Zehnte sogar um bis zu 50 Prozent. 47 Prozent gehen immerhin noch von einem Rückgang um bis zu 15 Prozent aus.

Dass die Stimmung im Kfz-Gewerbe deswegen nicht komplett im Keller ist, dürfte zum einen daran liegen, dass viele Händler potenzielle Neuwagenkäufer von einem Gebrauchtwagen (27 %), einer Tageszulassung (22 %) oder einem Jahreswagen (24 %) überzeugen konnten. Zum anderen rechnen die Händler zwar mit Einbußen, jedoch geht nur ein Drittel davon aus, dass der Neuwagenabsatz bis zum Jahresende niedriger als im Vorjahr ausfällt. Fast 45 Prozent gehen von einem stagnierenden bzw. 14 Prozent von einem steigenden Absatz aus.

Zusätzlich verantwortlich für die steigende Stimmungskurve im September dürfte die durchaus positive Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage sein. Ein Großteil bewertete die eigene Situation als „sehr gut“ oder „gut“. Das waren 56 Prozent der Markenhändler und 75 Prozent der freien Servicebetriebe. 40 bzw. 23 Prozent bewerteten ihre Lage immer noch als „mittelmäßig“ und nur 4 bzw. 2 Prozent als „schlecht“. Die Mehrheit der Betriebe geht auch für den nächsten Monat von stabilen oder steigenden Umsätzen aus.

Die Branchenindexbefragung untersucht monatlich Stimmungen, Einschätzungen und Tendenzen in der Kfz-Branche. Neben ihren allgemeinen wirtschaftlichen Erwartungen nehmen die Betriebsinhaber zudem Stellung zu aktuellen Entwicklungen im Kfz-Gewerbe. Die BIX-Ergebnisse der vergangenen Monate finden Sie im Online-Archiv.

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Über den Autor

 Jakob Schreiner

Jakob Schreiner

Redakteur Ressort Service & Technik