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WLTP bremst Privatkundengeschäft von Sixt Leasing

| Autor: Andreas Grimm

Weiterhin verbucht Sixt Leasing hohe Zuwachsraten, doch die Markteinflüsse der Dieselkrise sowie Lieferschwierigkeiten machen dem Unternehmen zu schaffen. Trotz allem ist das Retail-Geschäft zum wichtigsten Standbein aufgestiegen.

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Die Sixt Leasing SE hat ihren Umsatz in den ersten drei Quartalen 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich erhöht, dabei allerdings für das Privatkundengeschäft (Online Retail) wegen der WLTP-Umstellung die Jahresziele reduziert. Nach aktuellen Zahlen des Unternehmens kletterte der Umsatz im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2017 um 8,5 Prozent auf 600,1 Millionen Euro (nach 553 Mio. Euro). Dabei legte vor allem der größere Geschäftsbereich Leasing deutlich zu (+10,2 %), während der Umsatz im Flottenmanagement rückläufig war (-1,9 %).

Über alle Bereiche hinweg liegt der Bestand an Vertragsfahrzeugen zum Ende des dritten Quartals mit 131.300 Leasingverträgen leicht unter dem Wert zum Jahreswechsel. Damals waren 132.900 Verträge im Bestand (-1,2 %). Der Rückgang resultiert dabei allein aus der Entwicklung im Bereich Flottenleasing (-8,2 %), während die Bereiche Flottenmanagement (+3,3 %) und Online Retail (+2,3 %) zulegten. Durch die Verschiebungen ist der Bereich Online Retail gemessen am Vertragsbestand sogar zum größten Geschäftsfeld von Sixt Leasing aufgestiegen.

Der Rückgang im Flottenleasing von 48.100 auf derzeit 44.100 Verträge war dabei bewusst herbeigeführt und ist Folge der „aktiven Risikosteuerung zur Reduzierung des potenziellen Restwertrisikos durch Dieselfahrzeuge ohne Rückkaufvereinbarung“. Zudem war dem Unternehmen ein größerer Kunde in diesem Bereich abgesprungen.

Weniger geplant war dagegen das nur leichte Wachstum im Online Retail. War die Unternehmensführung in diesem Bereich ursprünglich von einem Vertragszuwachs von rund 20 Prozent auf 12.000 Neuverträge ausgegangen, prognostiziert Sixt Leasing jetzt nur noch einen Ergebniskorridor von 10.000 bis 12.000 Einheiten. Damit reagierte die Unternehmensführung auf die negativen Einflüsse auf dem Neuwagenmarkt durch die Diesel-Diskussion und die WLTP-Lieferschwierigkeiten.

Es sei einerseits eine zurückgegangene Nachfrage vor dem Hintergrund einer weiterhin angespannten Liefersituation bei bestimmten Herstellern zu beobachten, heißt es im Wirtschaftsbericht zum Ablauf des dritten Quartals. Andererseits sei ein nach wie vor durch die Dieseldiskussion belastetes Marktumfeld festzustellen.

Für das Gesamtjahr rechnet der Sixt-Leasing-Vorstand zum Ende des laufenden Jahres einen Konzernvertragsbestand in etwa auf Vorjahresniveau. Zuvor war eine leichte Steigerung prognostiziert worden. Auch das Konzernergebnis werde ungefähr auf Vorjahresniveau liegen bei einer Umsatzrendite von 6 Prozent.

In den ersten neun Monaten hatte sich das Konzernergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,3 Prozent auf 23,4 Millionen Euro erhöht. Die operative Umsatzrendite verbesserte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent und blieb damit über der Zielgröße von 6,0 Prozent. Der Konzernüberschuss erhöhte sich bislang um 16,0 Prozent auf 17,8 Millionen Euro.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«