Wolfram: Kam, sah und ging

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Er ist das Herz einer jeden Glühlampe: ein schmaler Draht von wenigen Zehntelmillimetern Durchmesser. Nach Jahrzehnten des Erfolgs sind seine Tage nun gezählt. Was im automobilen Bereich folgt, weiß Lichtexperte Osram.

Jahrzehntelang waren Lampen mit Wolfram-Fäden Basis jedes Scheinwerfers. Bei Kleinwagen werden sie es noch einige Zeit sein, bei allen anderen aber durch LEDs ersetzt. Die gibt es von Osram nun erstmals in tauschbarer Version.
Jahrzehntelang waren Lampen mit Wolfram-Fäden Basis jedes Scheinwerfers. Bei Kleinwagen werden sie es noch einige Zeit sein, bei allen anderen aber durch LEDs ersetzt. Die gibt es von Osram nun erstmals in tauschbarer Version.
(Bild: Dominsky/»kfz-betrieb«)

Bereits vor mehr als 110 Jahren entdeckte die Menschheit, dass anorganische Stoffe unter dem Einfluss angelegter Spannung zu leuchten beginnen – die Basis der LED-Technik. Doch bis zu den ersten LEDs sollte es noch einige Jahrzehnte dauern. Erst einmal investierte man viel Hirnschmalz in die Möglichkeit, die begrenzte Leuchtkraft der bis dato auf Kohle basierenden Fäden in ihren birnenförmigen Glaskolben durch solche aus besonders „zähen“ Metallen zu ersetzen. Das gelang mit Wolfram. Der spröde Stoff legte eine langjährige Karriere als der Stoff für Glühlampen hin.

Dass aber dessen Tage gezählt sind, ist bekannt – siehe Haushaltslampen. Und auch wenn es im Automobilbereich, anders als im Consumerbereich, kein Verbot zu irgendeinem Stichtag geben wird: Die klassische „Glühbirne“ wird immer öfter durch die lichtemittierende Diode ersetzt – die Xenonlampe in Kraftfahrzeugen war ein „nur kurzes“, rund 30-jähriges Intermezzo. Sie ist ein Auslaufmodell.