Diagnose WOW: Hilfe per Live-Video

Autor: Steffen Dominsky

Mithilfe von „Augmented Reality“, also der erweiterten Realität, unterstützt die Würth Online World GmbH Werkstätten im Alltag bei Problemfällen. Mit einer eigens entwickelten Software können sich Servicemitarbeiter per Bildschirm am Auto dazuschalten.

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WOW bietet mit „In.sight“ einen neuen Baustein in seinem Hotline-Support. Ein Servicetechniker unterstützt dabei per augmented reality den Anwender in der Werkstatt.
WOW bietet mit „In.sight“ einen neuen Baustein in seinem Hotline-Support. Ein Servicetechniker unterstützt dabei per augmented reality den Anwender in der Werkstatt.
(Bild: WOW)

Getreu der alten Binsenweisheit „Vier Augen sehen mehr als zwei“ bringt WOW aktuell sein neuestes Produkt auf den Markt. Dahinter verbirgt sich ein Konzept, das das Künzlersauer Unternehmen als Projekt bereits 2018 auf der Automechanika vorgestellt hatte. Es macht sich die Technologie der Augmented Reality, also der erweiterten Realität zunutze. Konkret bedeutet das: Hat der Kfz-Mechatroniker in der Werkstatt ein Problem, das er offensichtlich nicht alleine lösen kann, kann sich ein Servicetechniker von der WOW-Hotline auf den Diagnostester in der Werkstatt draufschalten.

WOW sieht seine neue Anwendung keineswegs nur auf Kfz-Werkstätten beschränkt. Auch andere Unternehmen sollen das System nutzen können.
WOW sieht seine neue Anwendung keineswegs nur auf Kfz-Werkstätten beschränkt. Auch andere Unternehmen sollen das System nutzen können.
(Bild: WOW)

Während jedoch bekannte Hotline-Systeme bei der Hilfe meist daran scheitern, dass schlicht und ergreifend aussagekräftige Bilder fehlen, gibt es diese bei dem neuen Konzept per Videokonferenztechnik: Der Mann in der Werkstatt überträgt die aktuelle Situation – etwa eine Undichtigkeit, einen mechanischen Defekt oder eine Display-Anzeige – live per Kamera an den Experten des WOW-Serviceteams. Der gibt ihm entsprechende Hilfestellungen.

Der Experte kann beispielsweise Markierungen an bestimmten Stellen des Bildausschnitts anbringen, die virtuell über das Videobild gelegt werden. So kann er unter anderem Einbaulagen einzelner Komponenten markieren oder versteckte Befestigungen kenntlich machen.

Für WOW-Kunden ohne Aufpreis

Neben der bildlichen Darstellung steht zudem ein Chat-Bereich zum Schreiben von Nachrichten zur Verfügung. Auf Wunsch kann sich die Werkstatt nach erfolgreicher Unterstützung Bilder und Chatverlauf zusenden lassen. WOW verspricht, dass der Mitarbeiter des Kfz-Betriebs diese Form der Remote-Hilfe so erlebt, als wäre der Servicetechniker bei ihm in der Werkstatt vor Ort und würde persönlich die Lösung zeigen.

Das System der Würth Online World ist komplett webbasiert und daher mit nahezu jedem Endgerät nutzbar. Der Anwender muss keine Programme oder andere Applikationen herunterladen. Die einzige Voraussetzung ist eine gute und stabile Internetverbindung. Nutzen können das Konzept nicht nur bestehende WOW-Kunden und Diagnosenutzer. Das Produkt wird als eigenständige Software auch Externen angeboten und soll in jeden Geschäftsbereich implementiert werden können. Für WOW-Nutzer ist die neue digitale Hilfe im Servicepaket Hotline kostenlos enthalten. Für alle anderen gibt es diese ab 300 Euro pro Monat (Basismodul).

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group