Insolvenzen Zahl der Pleiten bleibt stark rückläufig

Autor: Andreas Grimm

Noch scheint wirtschaftlich im Kfz-Gewerbe alles in Butter, die Zahl der Pleiten sinkt hartnäckig. Doch nun ist die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht endgültig ausgelaufen. Künftig dürfte der Blick auf die wirtschaftliche Lage wieder aussagekräftiger werden.

Firmen zum Thema

Wegen Insolvenz geschlossene Autohäuser und Werkstätten sind zuletzt selten geworden. Nach dem Auslaufen der Corona-Hilfen könnte aber eine Pleitewelle einsetzen.
Wegen Insolvenz geschlossene Autohäuser und Werkstätten sind zuletzt selten geworden. Nach dem Auslaufen der Corona-Hilfen könnte aber eine Pleitewelle einsetzen.
(Foto: Grimm/»kfz-betrieb«)

Die Zahl der Unternehmenspleiten ist in Deutschland weiterhin rückläufig – und das insbesondere im Bereich des Kfz-Gewerbes. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, sank die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 40 Prozent. Im Berichtsmonat gerieten den Angaben zufolge 29 Unternehmen aus der Branche in finanzielle Nöte. Ein Jahr zuvor waren es 49 gewesen.

Betroffen von einer Firmenpleite waren im April 132 Arbeitnehmer. Die voraussichtliche Forderungssumme der Gläubiger liegt bei 11,4 Millionen Euro. Unter dem Strich liegt die Entwicklung im April voll im Trend. In den ersten vier Monaten des Jahres verzeichnete das Destatis für die Kfz-Branche 121 Insolvenzen. Ein Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum 215 gewesen (-43,7 %).

Der Rückgang der Insolvenzzahlen ist im Kfz-Gewerbe dabei besonders ausgeprägt. Bundesweit registrierten die Amtsgerichte im April über alle Branchen hinweg 9 Prozent weniger Firmenpleiten, insgesamt gingen 1.333 Anträge auf ein Insolvenzverfahren ein. „Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelte sich somit weiterhin nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider“, heißt es vom Destatis.

Hintergrund ist weiterhin die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht, die bis Ende April für jene Unternehmen galt, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch ausstand. Diese Schonfrist ist nun ausgelaufen, die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens ist zum 1. Mai 2021 wieder vollumfänglich in Kraft und dürfte sich in den kommenden Mai-Zahlen niederschlagen.

Blickt man in die einzelnen Geschäftsfelder der Kfz-Branche, ist der Rückgang der Insolvenzen im Teile- und Zubehörhandel besonders ausgeprägt. Für dieses Segment weist das Destatis noch 5 Fälle aus (-58 %). Im Durchschnitt gingen die Fallzahlen im Autohandel zurück. Aus diesem Bereich wurden 12 Pleiten gemeldet (-40 %). Bei den Werkstätten fällt der Rückgang mit einem Minus von 35 Prozent etwas schwächer aus (9 Fälle).

(ID:47504302)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«