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Zahl der Pleiten im Kfz-Gewerbe sinkt leicht

| Autor: Andreas Grimm

Zur Jahresmitte war das Insolvenzrisiko in der Branche noch leicht erhöht, zuletzt ist es wieder gesunken. In den ersten drei Quartalen mussten rund 450 Betriebe aufgeben. In einem Bereich ist die Zahl der Pleiten allerdings gestiegen.

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(Foto: Grimm / »kfz-betrieb«)

Die Zahl der Pleiten im Kfz-Gewerbe ist im laufenden Jahr inzwischen rückläufig. Wie eine jetzt veröffentlichte Auswertung des Statistischen Bundesamts (Destatis) ergab, mussten in den ersten drei Quartalen 451 Unternehmer den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Das waren 17 Betriebe oder 3,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Dazu beigetragen hat nicht zuletzt die Entwicklung im September. Im neunten Monat des Jahres ging 39 Betrieben das Geld aus, 8 weniger als im Vorjahresmonat. Zur Jahresmitte hatte das Destatis noch leicht steigende Insolvenzzahlen für die Branche ermittelt.

Von den bislang in diesem Jahr erfassten Insolvenzanträgen wurde über 295 Fälle das Verfahren eröffnet, 156 Mal wurde das Verfahren mangels Masse abgewiesen. Betroffen von den Liquiditätsproblemen ihres Unternehmens waren 1.319 Mitarbeiter, die voraussichtlichen Forderungen summierten sich bis Ende September auf 203,8 Millionen Euro.

Im Vergleich mit der Gesamtwirtschaft in Deutschland hat sich die Lage im Kfz-Gewerbe statistisch leicht besser entwickelt. Denn bundesweit sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den ersten drei Quartalen 2018 etwas weniger stark – um 3,0 Prozent auf 15.164 Fälle.

Mehr Probleme für Handels- als für Servicebetriebe

Innerhalb des Kfz-Gewerbes haben derzeit die Handelsbetriebe die meisten Probleme. In diesem Segment stieg die Zahl der Insolvenzen sogar leicht an. Von Januar bis September ging 195 Betrieben das Geld aus, 6 mehr als im Vorjahreszeitraum (+3,2 %). Gründe für die Entwicklung lassen sich aus der Statistik nicht entnehmen. Da der Zuwachs aber ausschließlich aus dem Pkw-Handel kommt, ist ein Zusammenhang mit der Dieselkrise oder dem rückläufigen Gebrauchtwagengeschäft nicht auszuschließen.

Deutlich rückläufig ist die Entwicklung im Service. Klassische Werkstätten (Pkw + Nfz) mussten in 132 Fällen Insolvenz anmelden. Das waren 10 Fälle weniger als im Vorjahreszeitraum. Doch auch aus den Lackierereien mit noch 18 Fällen (-2/-10,0 %) und den Autowaschanlagen mit noch 25 Betroffenen (-8/-24,2 %) kommen gute Nachrichten.

Weiterhin beruhigt hat sich die Lage der Teile- und Zubehörbranche, die sich mitten in einem Strukturwandel befindet. In diesem Bereich listet das Destatis im Berichtszeitraum noch 70 Insolvenzen auf. Im Vorjahreszeitraum waren es 72 gewesen (-2,8 %). Wie in allen Bereichen geben die Zahlen des Bundesamts keine Auskunft darüber, ob und wie viele Betriebe ihre Geschäftstätigkeit zusätzlich geordnet eingestellt haben.

Ebenfalls zum Kfz-Gewerbe gerechnet werden die Motorradbetriebe (Handel + Werkstatt). In diesem Tätigkeitsfeld mussten zwischen Januar und September 11 Betriebe insolvenzbedingt die Türen schließen. Im Vorjahr waren zum gleichen Zeitpunkt 12 Unternehmen betroffen gewesen.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«