Zahlungsverzug: Zinsen richtig berechnen

Autor / Redakteur: Eva Möller, Bremer Inkasso / Maxim Braun

Unternehmer können ihr Metier noch so gut beherrschen, Probleme mit Kunden, die ihre Rechnungen zu spät zahlen, kennen sie dennoch wohl alle.

Wer die Vorgabe des Gesetzes zur Wiedereingliederung nicht beachtet, riskiert, vor Gericht seinen Prozess zu verlieren.
Wer die Vorgabe des Gesetzes zur Wiedereingliederung nicht beachtet, riskiert, vor Gericht seinen Prozess zu verlieren.
( © Pakhnyushchyy - Fotolia)

Oft leidet die eigene Liquidität unter solchem Kundenverhalten, und nicht selten ist man deshalb sogar selbst auf die Inanspruchnahme von Bankkrediten angewiesen. Während sich der Kunde auf der einen Seite durch späte Zahlung einen (vermeintlich) günstigen Lieferantenkredit beschafft, führt das auf der anderen Seite bei den Unternehmern zu Zinsbelastungen, welche die oft ohnehin geringen Erträge zusätzlich schmälern. Doch für einen Unternehmer gibt es Möglichkeiten, sich den entstandenen Zinsschaden vom Kunden ersetzen zu lassen. „Ab dem Tag, an dem der Kunde mit der Zahlung der Rechnung in Verzug gerät, kann ein Unternehmen Verzugszinsen sowie einen gegebenenfalls höheren (z. B. Zins-)Schaden geltend machen“, erläutert Bernd Drumann, Geschäftsführer der Bremer Inkasso.

In Verzug kommt ein Kunde entweder, wenn er die Mahnung des Gläubigers erhalten hat, in der dieser ihn zur Zahlung der fälligen Forderung auffordert, oder wenn er einen nach dem Kalender bestimmbaren Zahlungstermin überschritten hat. Allerdings muss der Zahlungstermin zuvor vertraglich vereinbart worden sein. Allein die einseitige Angabe auf der Rechnung ist hingegen nicht ausreichend. Hier bedarf es dann keiner Mahnung. Zudem kommt ein Kunde grundsätzlich 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung in Zahlungsverzug, wenn es Geschäfte zwischen Unternehmern sind. Bei Verbrauchern gilt diese 30-Tage-Frist nur, wenn in der Rechnung ausdrücklich darauf hingewiesen wurde. Grundlage für die Berechnung von Verzugszinsen ist der Basiszinssatz. Dieser wird gemäß § 247 BGB seit 1. Januar 2002 von der Deutschen Bundesbank jeweils zum 1. Januar und zum 1. Juli eines Jahres neu berechnet und im Bundesanzeiger bekannt gegeben. Seit 1.1.2015 und jedenfalls bis zum 31.12.2015 beträgt der Basiszinssatz minus 0,83 Prozent. Der Zinssatz, den man regelmäßig als Verzugszinsen auf Geldforderungen verlangen kann, beträgt fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz pro Jahr. Für 2015 sind das also 4,17 Prozent.