ZDK: Autohandel braucht weitere Impulse

Autor / Redakteur: Antonia Seifert / Doris Pfaff

Der neuen E-Prämie aus dem Konjunkturpaket hätte es nicht bedurft, meint ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. Der zuvor schon erhöhte Bonus habe allein die Nachfrage so anschwellen lassen, dass diese kaum zu erfüllen sei. Der reguläre Neuwagenhandel laufe hingegen nur schleppend an. Nun sei die Politik gefragt.

ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn hält weitere Förderungen für das Kfz-Gewerbe durch die Politik für erforderlich.
ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn hält weitere Förderungen für das Kfz-Gewerbe durch die Politik für erforderlich.
(Bild: Promotor)

Die Coronakrise hat die Zahl der Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2020 um 34,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr einbrechen lassen. Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) lag der Rückgang im Juni bei 32,3 Prozent. Im Gebrauchtwagenhandel hat sich die Situation etwas aufgehellt. So wuchs die Zahl der Besitzumschreibungen im Juni um 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Halbjahresbilanz fällt mit einem Minus von 11,4 Prozent negativ aus.

„Die Zulassungszahlen zeigen, dass der Handel jeden Impuls benötigt, um die durch den Lockdown bedingten Ausfälle aufzuholen“, sagt ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. „Daher ist es bedauerlich, dass der Genfer Automobilsalon auch für das kommende Jahr bereits abgesagt worden ist. Denn auch für den deutschen Markt war dieser Saisonauftakt im Frühjahr bisher immer ein wichtiger Impulsgeber.“ Für das zweite Halbjahr 2020 deutet sich aufgrund der Auftragseingänge eine leichte Erholung im Neuwagengeschäft an. Doch wer jetzt ein Fahrzeug bestellt, muss wohl mit langen Lieferfristen rechnen.

Zusätzliche E-Förderung sei nicht notwendig

Die Zuwächse bei den Neuzulassungen von Elektro- und Hybridfahrzeugen im ersten Halbjahr (Elektro + 42,7 %, Hybride + 54,6%, Plug-in-Hybride +199,8%) zeigen laut Peckruhn, dass die zusätzliche Förderung als Teil des Konjunkturpakets der Bundesregierung nicht notwendig gewesen sei. Denn bereits die ab Mitte Februar 2020 wirksame Erhöhung der Umweltprämie habe einen Nachfrageschub ausgelöst; mancher Händler sei in diesen Segmenten schon jetzt für 2021 ausverkauft.

„Wenn die zusätzlichen Fördermittel wirklich die 1,3 Millionen Arbeitsplätze in Automobilhandel und -industrie sichern sollen, wären sie besser investiert in Kaufanreize auch für sparsame und saubere Fahrzeuge der neuesten Schadstoffnormen mit konventionellem Antrieb“, so Peckruhn.

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