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ZDK: Diesel taugt nicht länger als NOx-Sündenbock

| Autor / Redakteur: Antonia Seifert / Doris Pfaff

Dieselfahrzeuge allein können wohl nicht für hohe Stickoxid-Werte in den Innenstädten verantwortlich sein. Die Belastung ist trotz des Lockdowns zuletzt nicht spürbar gesunken. Der ZDK fordert nun ein Ende der Verteufelung des Dieselantriebs.

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Der ZDK fordert, Dieselfahrzeuge nicht länger allein für hohe Stickoxid-Werte verantwortlich zu machen.
Der ZDK fordert, Dieselfahrzeuge nicht länger allein für hohe Stickoxid-Werte verantwortlich zu machen.
(Bild: Dieselfahrverbot Hamburg 08.jpg / Dieselfahrverbot Hamburg 08.jpg / Hinnerk11 / CC BY-SA 4.0 / CC BY-SA 4.0)

Der plötzliche Stillstand der Wirtschaft und des Autoverkehrs führte zu überraschenden NOx-Messwerten. Denn die waren bei Weitem nicht so stark gesunken, wie sie es hätten tun müssen, wenn Dieselfahrzeuge hauptsächlich für die Belastung verantwortlich wären. Vor dem Hintergrund der aktuellen Messergebnisse sind deshalb Diesel-Fahrverbote nach Ansicht des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) unverhältnismäßig.

„Wenn Stickoxid-Messwerte an verschiedenen bekannten Hotspots trotz des seit Wochen deutlich reduzierten Verkehrsaufkommens nicht dauerhaft zurückgehen, kann der Diesel dafür nicht länger zum Sündenbock gemacht werden“, betont ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Es zeige sich, dass auch andere Faktoren, zum Beispiel die Wetterbedingungen und andere Emittenten, Einfluss auf die NOx-Konzentration nehmen.

Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig hatte bereits in seiner Entscheidung vom 27. Februar 2018 in Sachen Fahrverbote darauf hingewiesen, dass diese nur dann tatsächlich angeordnet werden dürften, wenn die Prüfung ergebe, „dass sich Verkehrsverbote für Diesel-Kraftfahrzeuge als die einzig geeigneten Maßnahmen zur schnellstmöglichen Einhaltung überschrittener NOx-Grenzwerte darstellen und sich diese Maßnahmen als verhältnismäßig darstellen“. Ende Februar hatte das BVerwG diese Auffassung nochmals explizit bekräftigt.

„Die in verschiedenen Medienberichten veröffentlichten Messergebnisse machen deutlich, dass davon nicht mehr die Rede sein kann“, so der ZDK-Präsident in einer aktuellen Stellungnahme. Nun zeige sich, dass der Kreuzzug der DUH gegen den Diesel der Umwelt nichts gebracht habe.

„Es wurden aber Millionen von Dieselbesitzern und Tausende von Autohändlern in Verzweiflung gestürzt, deren Dieselfahrzeuge massiv an Wert verloren und die auf ihrem Schaden sitzenblieben. Herr Resch mag darauf auch noch stolz sein. In Wirklichkeit hat er den letzten Rest an Glaubwürdigkeit und Legitimation für sein Handeln verloren“, so Karpinski. „Wir brauchen die schadstoffarmen Diesel mehr denn je, um die strengen CO2-Ziele zu erreichen. Die Verjüngung des Fahrzeugbestands dient auch dem Umweltschutz.“

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