ZDK erwägt Meister-HU

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Jens Rehberg

Die technische Abteilung des ZDK prüft, ob das Kfz-Gewerbe ab 2015 die Hauptuntersuchung selbst durchführen kann.

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(Foto: Archiv)

Die Pläne der EU, die Hauptuntersuchung zum Jahr 2015 europaweit einheitlich zu regeln, hat während der Sitzung des ZDK-Ausschusses „Technik, Umwelt, Nutzfahrzeuge“ am Freitag in Bonn zu kontroversen Diskussionen geführt. Neben den Vertretern des Zentralverbands und der Landesverbände nahmen auch Vertreter der Fahrzeughersteller und der Prüforganisationen an der Sitzung teil. Überraschend verkündete Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk den Teilnehmern, dass dem Ausschuss durch das ZDK-Präsidium der Auftrag erteilt worden ist, zu prüfen, ob das Kfz-Gewerbe in der Lage sei, die HU ab dem Jahr 2015 selbst durchzuführen. Gleichzeitig soll geprüft werden, unter welchen Umständen am derzeit bestehenden dualen System mit den Prüforganisationen festgehalten werden kann. Hülsdonk erklärte, dass sich die Zusammenarbeit des Gewerbes mit den Prüforganisationen in den vergangenen Jahren bewährt habe. Es sprach sich allerdings dafür aus, das bisherige System deutlich zu verbessern.

„Das Gewerbe hat Federn gelassen“

„Das Gewerbe hat im bestehenden dualen System – die Prüforganisation prüft, das Gewerbe repariert – ständig Federn gelassen, zuletzt bei der Zusammenlegung von HU und AU“, so Hülsdonk. Gewerbe und Prüforganisationen müssten nun klare Signale für ihre Zusammenarbeit und vor allem über die Art der zukünftigen Partnerschaft abgeben. Hülsdonk betonte, dass die so genannte Meisterprüfung (-HU) zu mehr Wettbewerb im System der HU führen werde. Zugleich machte er deutlich, dass das Gewerbe die Partnerschaft, wie sie in den vergangenen zwei Jahren gelebt worden sei, so nicht mehr wolle: „Wenn wir das duale System beibehalten, muss es sich künftig um eine echte Partnerschaft handeln.“

Der Ausschuss stimmte einstimmig dafür, die Möglichkeiten der Meister-HU genau zu prüfen. Nicht so einheitlich zeigten sich die Ausschussmitglieder bei der Frage, alles dafür zu tun, am dualen System in der HU festzuhalten. Starke Aktivitäten in Richtung der Meister-HU entwickeln die Landesverbände Bayern und Sachsen.

Hülsdonk kündigte an, dass das Gewerbe künftig auf jeden Fall sehr viel selbstbewusster auftreten werde. Immerhin würden rund 80 Prozent aller amtlichen Prüfungen in den Prüfstützpunkten, also in den Werkstätten des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, durchgeführt. Das neue Selbstbewusstsein des Gewerbes wird von einer Kampagne begleitet, die dem Autofahrer dieses Verhältnis vermittelt.

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