ZDK erwartet 3,2 Millionen Neuwagen für 2016

Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Andreas Grimm, Andree Stachowski

Ein weiterer Anstieg der gewerblichen Nachfrage werde den Absatz neuer Pkw auf dem Niveau von 2015 halten, glaubt der ZDK. Zudem erwartet der Verband eine stabile Gebrauchtwagennachfrage.

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(Foto: Grimm)

Der Neuwagenmarkt bleibt im kommenden Jahr nach Ansicht des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) stabil. Verbandspräsident Jürgen Karpinski geht für 2016 von 3,2 Millionen Pkw-Neuzulassungen aus. Im Gesamtjahr 2015 erwarten die Autohändler 3,19 Millionen Verkäufe. Dabei werde sich im kommenden Jahr die Schwäche des Privatkundenmarkts mit einem weiteren Zulassungsrückgang in diesem Segment fortsetzen und der Anteil der gewerblichen Kunden steigen.

Ferner rechnet der Verband 2016 mit 7,3 bis 7,4 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen sowie einem stabilen Werkstattgeschäft auf dem Niveau des laufenden Jahres, prognostizierte der ZDK-Präsident am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs in Mannheim. Für die Hochrechnungen stützt sich der ZDK auf eine Analyse des Herbstgutachtens der führenden deutschen Wirtschaftsinstitute.

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Einige Unsicherheiten gibt es bezüglich des Werkstattgeschäft allerdings: Der ZDK-Präsident sieht insbesondere auf die Vertragspartner der Marken des Volkswagen-Konzerns in den nächsten Monaten große Herausforderungen zukommen. „Die Rückrufaktionen der vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge darf aber weder zu Lasten der Kunden noch zu Lasten der Betriebe gehen“, stellte Karpinski klar. Die Vergütung für die notwendigen Arbeiten zur Behebung der Manipulationen dürfe nicht schlechter ausfallen als im normalen Kundenservicegeschäft.

In seinen eigenen VW/Audi-Autohäusern hielten sich die kritischen Kundenstimmen noch in Grenzen, berichtete er. Jedoch bleibe der ein oder andere Gebrauchtwagen derzeit stehen. Der ZDK-Präsident befürchtet jedoch keinen grundsätzlichen Preisverfall der Gebrauchtwagen, da alle vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge sukzessive nachgerüstet würden.

Wie bereits auf der Bundestagung in Köln plädierte der ZDK-Präsident nochmals für den Erhalt der Abgasuntersuchung: „Wir wollen, dass die Endrohmessung über das Jahr 2019 hinaus bestehen bleibt.“

Erste Bilanz des Geschäftsverlaufs 2015

Wenige Wochen vor Jahresende zog Karpinski in der Firmenzentrale von Fuchs Schmierstoffe auch eine erste Bilanz des laufenden Jahres. Er geht davon aus, dass das deutsche Kfz-Gewerbe 2015 rund 3,19 Millionen Pkw-Neuzulassungen verbuchen wird, nach 3,04 Millionen im Vorjahr (+4,5 %). In Sachen Gebrauchtwagen prognostiziert der ZDK-Präsident bis zum Jahresende 7,3 Millionen Besitzumschreibungen. Das wäre ein Plus von etwa 230.000 Einheiten (+ 3,2 %).

Erfreulich sei zudem, dass das Servicegeschäft leicht über dem Niveau des Vorjahres abschließen werde. Wenig erfreut äußerte er sich über die Ertragslage in den Autohäusern und Werkstätten. „Die Umsatzzuwächse werden sich leider nicht entsprechend positiv auf die Rendite auswirken. Ich befürchte, wir erleben auch in diesem Jahr keinen Renditesprung, sondern verharren auf dem bekannt niedrigen Niveau von durchschnittlich 1,3 Prozent. Allenfalls ist eine leichte Steigerung möglich.“

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 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«