ZDK fordert mehr Augenmaß beim Mindestlohn

Verband veranstaltet erstes politisches Frühstück

| Autor: Timo Schulz

Erstes politisches Frühstück des ZDK: Matthias Zimmer (MdB; li.) und Axel Koblitz (ZDK).
Erstes politisches Frühstück des ZDK: Matthias Zimmer (MdB; li.) und Axel Koblitz (ZDK). (Bild: Foto: Promotor)

Weniger Bürokratie bei der Umsetzung und ein moderates Vorgehen bei der anstehenden Erhöhung der Lohnuntergrenze ab 2017: So lauten die Forderungen des Kfz- und des Tankstellengewerbes eineinhalb Jahre nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes.

„Viele der meist kleinen Betriebe mit unter acht Mitarbeitern klagen über den hohen Verwaltungsaufwand bei der Dokumentation der Arbeitszeiten“, erklärte Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein. Er nahm teil am ersten Politischen Frühstück des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Berlin, das gemeinsam mit dem Zentralverband des Tankstellengewerbes (ZTG) ausgerichtet wurde.

Ähnlich besorgt äußerte sich ZTG-Geschäftsführer Markus Pillok: „Die meisten Tankstellen haben kein elektronisches Zeiterfassungssystem. Die Mitarbeiter melden sich meist schon vor ihrer Schicht über die elektronischen Kassen an. Weil dann die Zeiten mit denen auf den Stundenzetteln oftmals nicht übereinstimmen, befürchten die Pächter künftig Geldbußen nach Kontrollen.“

Politische Frühstücksrunde: (v.li.) Jan-Nikolas Sontag (Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein), Matthias Zimmer (MdB), Axel Koblitz (ZDK), Markus Pillok (ZTG) und Christoph Konrad (ZDK).
Politische Frühstücksrunde: (v.li.) Jan-Nikolas Sontag (Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein), Matthias Zimmer (MdB), Axel Koblitz (ZDK), Markus Pillok (ZTG) und Christoph Konrad (ZDK). (Bild: Promotor)

Hinzu komme die unterschiedliche Zahlung des Mindestlohnes. „Erhalten geringfügig Beschäftigte Brutto wie Netto abzüglich eventueller Rentenversicherungsbeiträge, werden bei den Festangestellten weitere Abzüge fällig“, so Pillok. So könnten Minijobber manchmal mehr verdienen als Festangestellte. Das Gesetz habe diese Situation leider nicht geregelt, bedauerte er. Die Einführung des Mindestlohnes koste die Stationen durchschnittlich 10.000 bis 20.000 Euro.

Ein weiteres Problem sehen die beiden Verbände in den Kontrollen über die Einhaltung des Mindestlohnes. Jan-Nikolas Sontag: „Wenn Zollbeamte in voller Montur in Autohäuser stürmen, führt das zu Irritationen bei den Kunden.“ Hier müsse die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.

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