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ZDK fordert mehr Pragmatismus bei Diesel-Lösung

| Autor / Redakteur: cb/dpa / Andreas Wehner

Das Diesel-Problem braucht eine schnelle Lösung. Statt die Hersteller zu einer Nachrüstung zu verpflichten, fordert ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk, die Entscheidung in die Hand des Verbrauchers zu legen.

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Wilhelm Hülsdonk
Wilhelm Hülsdonk
(Bild: Promotor)

Im Umgang mit dem Diesel-Abgasproblem fordert der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) einen pragmatischen Ansatz. „Jeder Verbraucher soll selbst bestimmen, was mit seinem Auto passiert“, stellte ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk im Rahmen der ZDK-Jahrespressekonferenz klar. Er solle entscheiden können, wie er die NOx-Werte seines Fahrzeuges reduzieren will.

Durch den pragmatischen Ansatz erhofft sich der Verband eine schnellere Umsetzung verschiedener Lösungen und mehr Wettbewerb am Markt. Dies könnte auch dazu führen, dass sich die beste Lösung letztlich durchsetzt.

Somit will der Verband auch von einer Verpflichtung der Hersteller und Importeure absehen. Da sich die Industrie sperrt, würde dies aus Hülsdonks Sicht ohnehin zunächst nur zu rechtlichen Auseinandersetzungen führen. „Das kostet so viel Zeit, dass die Fahrzeuge längst durchgerostet sind.“

Hülsdonk, der Mitglied der von Bundesregierung eingerichteten Expertengruppe I im Nationalen Forum Diesel ist, forderte die Hersteller und Importeure auf, ihre Verweigerungshaltung aufzugeben. Die Industrie argumentiert überwiegend, dass sich ihre Ingenieure mit der Zukunft statt mit der Vergangenheit beschäftigen sollen.

Doch auch wenn die Hersteller keine eigenen Nachrüstsätze zur Verfügung stellen wollen, können sie aus Sicht von Bundesinnungsmeister zur Lösung beitragen: „Die Industrie soll endlich die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen.“ Denn darauf aufbauend könnten beispielsweise Zulieferer eigene Lösungen entwickeln.

Denn viele Elemente für eine Nachrüstlösung sind laut ZDK-Präsident Jürgen Karpinski bereits in den „Regalen der Hersteller“ vorhanden. Das zeigt der Umrüst-Test: Dabei wurde ein vom Hersteller angebotener SCR-Kat und ein Ad-Blue-Tank genutzt. „Am Ende lagen die NOx-Werte über 90 Prozent tiefer“, so Karpinski.

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