Leasingplattform ZDK-Gespräche mit ADAC brachten keine Annäherung

Autor: Doris Pfaff

Zwar verlief das Zusammentreffen zwischen Vertretern des ZDK und des ADAC sachlich, aber eine Einigung blieb aus. Anlass für das Treffen war der Ärger um die neue Leasingplattform des ADAC, die das Kfz-Gewerbe kritisiert hatte.

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Die Kritik des ZDK an den ADAC, mit seiner Leasingplattform dem Autohandel Konkurrenz zu machen, sieht der ADAC nicht als gerechtfertigt an.
Die Kritik des ZDK an den ADAC, mit seiner Leasingplattform dem Autohandel Konkurrenz zu machen, sieht der ADAC nicht als gerechtfertigt an.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Das Angebot des ADAC an seine Kunden, über seine Leasingplattform „ADAC Fahrzeugwelt“ günstig Fahrzeuge zu leasen, hatte im Mai das Kfz-Gewerbe auf die Barrikaden gebracht. Kurz zuvor hatten bereits verschiedene Discounter ebenfalls mit Autoleasing-Angeboten geworben. Teilweise war der Autohandel zu diesem Zeitpunkt aufgrund der geltenden Corona-Verordnungen noch geschlossen.

Das Kfz-Gewerbe kritisierte den ADAC deshalb öffentlich und warf dem Club vor, mit diesen Angeboten in direkte Konkurrenz zum Autohandel zu treten. Nun fand ein Onlinetreffen zwischen den Vertretern statt. Vertreter des ZDK, darunter ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn und ZDK-Schatzmeister Michael Kraft, erläuterten den Unmut des Automobilhandels über die Vertriebsaktivitäten des ADAC.

Mit der Macht seiner 21 Millionen Mitglieder im Rücken stoße der ADAC mit seinen Leasingangeboten einmal mehr in Kernbereiche des Kraftfahrzeuggewerbes vor, so der Vorwurf. Dies treffen den Automobilhandel schwer, der durch die Coronakrise, den Halbleitermangel und die Verunsicherung hinsichtlich der Antriebstechnik der Zukunft ohnehin schon stark belastetet sei.

Die Vorwürfe der ZDK-Vertreter sieht der ADAC nicht als gerechtfertigt an. Vorstand Mahbod Asgari erklärte, es seien bislang nur wenige Leasingfahrzeuge über diese Plattform vertrieben worden. Diese habe der ADAC auch nicht unter dem Marktpreis und nicht am Handel vorbei angeboten.

Wie der ZDK mitteilte, sei die Diskussion kontrovers, aber sachlich geführt worden. Allerdings brachte sie kein befriedigendes Ergebnis für den Autohandel. Eine Annäherung der unterschiedlichen Standpunkte gelang nicht. „Die ADAC-Vertreter mit dem Technik-Vizepräsidenten Karsten Schulze an der Spitze sagten aber zu, das Kfz-Gewerbe künftig stärker und vor allem früher in geplante Aktivitäten einzubeziehen“, so der ZDK.

Im kommenden Jahr wollen sich ZDK und ADAC erneut zusammenfinden. Das Treffen findet jedoch turnusmäßig als geplantes Jahresgespräch statt. Dabei geht es um die Fortsetzung der jahrelangen Zusammenarbeit in den verschiedenen Bereichen.

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Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik